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Flaschen Video
Komasaufen ist immer noch beliebt - doch die Folgen können verheerend sein
Flaschenkinder
Pubertät entscheidend für späteres Trinkverhalten
Die Pubertät ist der entscheidende Zeitraum für ein späteres Alkohol-Suchtverhalten, zeigt eine Studie des Mannheimer Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI).
"Die neuen Studienergebnisse bestätigen eindrucksvoll, dass ein Hinauszögern des Einstiegsalters beim Alkoholtrinken ein wichtiges Präventionsziel bleiben muss", sagte die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Elisabeth Pott. So muss laut BZgA bei Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen berücksichtigt werden, dass die Geschlechtsreife bei Mädchen früher einsetzt als bei Jungen. Grundsätzlich gelte: Je früher Kinder und Jugendliche mit Alkohol in Kontakt kommen, desto riskanter ist ihr späteres Trinkverhalten.

Die Bundeszentrale setzt im Kampf gegen den übermäßigen Alkoholkonsum verstärkt auf die Kontrolle durch Jugendliche. Mit der überarbeiteten Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit" sollen junge Leute angesprochen werden, um Verantwortung für Freunde und deren Konsumverhalten zu übernehmen. Laut Studienergebnissen versuchten 90 Prozent der Jugendlichen und Heranwachsenden zwischen 16 und 21 Jahren, ihre Freunde vom Weitertrinken abzuhalten, wenn diese zu viel trinken.

Auf 8000 Plakaten in 220 deutschen Städten wird mit neuen Bildmotiven für die Aktion geworben. Zudem gibt es unter anderem einen neuen Kinospot, die Internetseite der Kampagne wurde überarbeitet. Auf die drastische Darstellung der Folgen übermäßigen Alkoholkonsums wird bei den neuen Motiven der Kampagne verzichtet, weil Jugendliche derartige Bilder meist nicht auf sich selbst beziehen, wie es hieß.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), verwies darauf, dass wegen Alkohol nicht nur Freundschaften zu Bruch gehen. "Sondern es sterben sogar jedes Jahr 70.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs. Tausende werden mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert." Allerdings ging die Zahl der Alkoholvergiftungen im Jahr 2013 in der Altergruppe der Zehn- bis Neunzehnjährigen gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent zurück.

Mit einer geschlechterspezifischen Kampagne soll die Prävention in den kommenden Jahren deshalb weiter ausgebaut werden, kündigte Pott an. Dazu gehören neue Plakate, Kinospots und der Einsatz von "Peers" - jungen Erwachsene, die Jugendliche vor Ort in Kneipen, Parks oder Clubs über die Gefahren aufklären.

Glossar
Ethanol (C2H5OH) - der Alkohol lässt sich trinken
Der berauschende Bestandteil alkoholischer Getränke ist Ethanol (C2H5OH). In kleineren Mengen wirken alkoholische Getränke anregend, in größeren berauschend.
Bis ins Krankenhaus
"Komasaufen" wird immer weiblicher
Immer mehr Jugendliche kommen nach Alkohol-Exzessen ins Krankenhaus - besonders stark ist der Anstieg jetzt bei Mädchen.
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