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Zahnbehandlung Video
Hypnose nimmt dem Patienten Angst und Schmerzen. (Beitrag vom 6. Juli 2016)
Mit Hypnose gegen Angst und Schmerzen
Operieren und Behandeln ohne Narkose
Es ist möglich, unter Hypnose Zähne zu behandeln oder Augen zu operieren. Trierer Forscher wollen wissen, was dabei im Gehirn passiert.
Unter Hypnose verlieren die Patienten ihre Angst vor Spritzen und Schmerzen und können so gut behandelt werden. Das Forscherteam um Ewald Naumann von der Universität Trier will grundlegend verstehen, was unter Hypnose im Gehirn passiert. Seit Mai 2016 versetzen sie freiwillige Probanden in ihrem Labor in Hypnose und messen ihre Hirnaktivitäten mit einem EEG . Mit ihren Forschungen stehen sie aber noch ganz am Anfang.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose e.V. handelt es sich bei der Hypnose um ein Mittel oder einen Weg, auf dem ein anderer Bewusstseinszustand herbeigeführt werden kann. Dabei unterscheidet man zwei verschiedene Vorgehensweisen: Ein klassisches Beispiel für die direkte Hypnose ist das schwingende Pendel vor den Augen des Patienten, das mit dem direkten Befehl zum Schlafen verbunden ist. Die indirekte Methode zeichnet sich dadurch aus, dass auf fast unmerkliche Weise innerhalb eines Gesprächs ein veränderter Bewusstseinszustand eingeleitet wird. Der freie Wille des Patienten bleibt jedoch erhalten. Es sprechen aber nicht alle Patienten gleich gut auf die Methode an: 10 Prozent aller Menschen sind sehr gut hypnotisierbar, 80 Prozent gut und 10 Prozent schwer.

Ängste und Gewohnheiten überwinden
Die moderne Hypnotherapie ist stark durch den US-amerikanischen Psychotherapeuten Milton H. Erickson geprägt. Nach Erickson handelt es sich dabei um eine kommunikative Kooperation von Therapeut und Klient in Trance.

Werner Eberwein leitet das Fort- und Weiterbildungszentrum Berlin der Deutschen Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie (DGH). Ihm zufolge wird bei der modernen Hypnotherapie sehr genau darauf geachtet, die Selbstbestimmung des Klienten zu respektieren und ihm nichts überzustülpen. Die Psyche eines Menschen werde nicht gegen seinen Willen manipuliert, betont der Experte. In Deutschland ist Hypnotherapie seit 2006 als eine wissenschaftlich fundierte psychotherapeutische Methode anerkannt.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegten die Wirksamkeit der Hypnotherapie, zum Beispiel bei psychosomatischen Störungen und beim Abgewöhnen des Rauchens. Hypnose soll im Unterbewusstsein vorhandene Gedanken, Überzeugungen und Glaubenssätze verändern. Der Therapeut versucht, durch positive Eingebungen während der Trance eine "Neuprogrammierung" zu erreichen.

Krankenkassen übernehmen die Therapie nicht
Einer Studie der Universität Tübingen aus dem Jahr 2013 zufolge kann Hypnotherapie auch beim Abnehmen helfen. Die Methode könne übergewichtige Frauen besser unterstützen als eine Verhaltenstherapie, so die Forscher - insbesondere mit Blick auf die Monate nach Therapie-Ende. Auch die Lebenszufriedenheit der Frauen, die mittels Hypnose abgenommen haben, war demnach deutlich höher als die der Frauen, die auf klassische Verhaltenstherapie setzten. Bei eher begrenzten Problemen wie Prüfungsangst oder Spannungskopfschmerzen sei eine Kurzzeittherapie mit Hypnose erfolgversprechend, erläutert Eberwein. Er kombiniere in seiner Praxis die Technik allerdings oft mit anderen Verfahren wie Gesprächs- oder Körperpsychotherapie und wende sie auch in Langzeittherapien an. Die Kosten für eine Hypnotherapie werden jedoch in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Private Kassen zahlen in einigen Fällen.

Glossar
© colourbox_deHypnose - besonders hohe Aktivität im Gehirn
Das Gehirn ist während einer Hypnose überaus aktiv, zeigt die Forschung von Prof. Ulrike Halsband von der Uni Freiburg.
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VideoDie Macht der Gedanken
Manipulative Methode (Beitrag vom 9. Dezember 2015)
Mediathek
Hypnose statt Narkose
Die Lütticher Ärztin Marie-Elisabeth Faymonville setzt auf Hypnose statt auf Narkose während einer Operation. Die Patienten bleiben dabei grundsätzlich bei Bewusstsein.