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Herz in Glasgefäß Video
Noch steht die Forschung zur Umwandlung von Schweineherzen am Anfang
Herz aus Schwein
Heidelberger Forscher suchen neue Organe
Heidelberger Mediziner wollen ein Schweineherz von seinen Zellen befreien und mit menschlichen besiedeln, so dass es als Spenderorgan dienen kann.
"Die Forschung auf diesem Gebiet steht noch ganz am Anfang", sagt Herzchirurg Dr. Alexander Weymann. In den ersten Versuchen kommen Herzzellen von neugeborenen Ratten zum Einsatz; in Zukunft könnten Stamzellen aus dem Nabelschnurblut, direkt bei der Geburt tiefgefroren und eingelagert, den schwerkranken Patienten zu einem neuen Herz verhelfen.

Die Forscher befreien das Herz eines Schweins, das dem menschlichen Herzen in Aufbau und Größe sehr ähnlich ist, im Labor von sämtlichen Zellen. Übrig bleibt ein kollagenhaltiges Fasergerüst, das in einem Bioreaktor von patienteneigenen Zellen durchspült und von diesen neu besiedelt werden soll. Dadurch können später beim Patienten keine Abstoßungsreaktionen mehr auftreten.

Ärzte erweckten alte Rattenherzen zu neuem Leben
US-Forscher hatten 2008 ein Rattenherz "rundumerneuert". Sie streiften von den Herzen ausgewachsener Ratten alle Zellen ab, so dass nur noch das Grundgerüst aus Herzkammern, Klappen und Gefäßen übrig blieb. Dieses besiedelten sie anschließend mit frischen Zellen neu und erweckten das Herz wieder zum Leben. Auch andere Organe ließen sich ersten Versuchen zufolge auf diesem Weg für die Transplantationsmedizin gewinnen, berichten die Forscher.

Doris Taylor von der University of Minnesota in Minneapolis und ihre Mitarbeiter versuchten sich an der Schaffung eines "biokünstlichen" Herzens, das auf einem natürlichen Gerüst basiert. Die äußeren Zellen entnommener Herzen entfernten sie dazu zunächst mit Hilfe spezieller chemischer Reinigungsmittel, der Detergentien. Dann kleideten sie das Gerüst mit frischen Herzzellen neugeborener Ratten wieder ein. In einer speziellen Apparatur leiteten die Wissenschaftler eine Flüssigkeit durch das Herz, um es so langsam wieder zum Leben zu erwecken. Die Flüssigkeit pumpten sie dazu rhythmisch durch den Herzmuskel, um das Zusammenziehen und Entspannen eines schlagenden Herzens nachzuahmen. Außerdem stimulierten sie das Organ elektrisch.

Nach vier Tagen beobachteten die Forscher, wie sich das Herz zusammenzog. Am achten Tag erreichte es eine Pumpleistung, die etwa zwei Prozent der eines erwachsenen Herzens betrug. Wie die Wissenschaftler weiter berichten, hätten sie ihre Technik auch bereits mit dem Herz eines Schweins erfolgreich getestet.

Dieses sei dem des Menschen in Größe und Komplexität ähnlicher als ein Rattenherz. Prinzipiell sei das Verfahren auch für viele andere Organe geeignet, wie Lunge, Leber oder Niere. Es sei denkbar, patienteneigene, kranke Organe auf diese Weise zu erneuern oder aber Organe "von der Stange" für die Transplantationsmedizin herzustellen.

Glossar
Das Herz
Das Herz ist das zentrale Pumporgan des menschlichen Blutkreislaufes. Es beginnt ab der vierten Schwangerschaftswoche zu schlagen - dann noch sehr rasch.
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