Forscher mit Haut aus dem Labor
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Schweizer Forschern ist es gelungen, eine künstliche Haut zu züchten.
Eine neue Haut
Schweizer Forscher züchten Ober- und Unterhaut
Ärzte am Kinderspital Zürich züchten Hautstücke aus Hautzellen. Das hat viele Vorteile: Brandopfern kann eigene Haut transplantiert werden, diese wächst gut an und sogar mit.
Bislang wird brandversehrte Haut durch das Auflegen einer künstlichen Unterhaut behandelt. Nach vier bis sechs Wochen wird die Stelle mit Oberhaut vom Patienten selbst überdeckt. Dabei sind die Ärzte entsprechend auf unversehrte Körperstellen angewiesen. Problem: Die Unterhaut wächst nicht mit und es gibt viele Narben. Den Zürcher Forschern ist es nun gelungen, allein aus den Zellen von kleinen Hautstücken mehrere grosse Hautlappen nachwachsen zu lassen. "Wir können Hautersatz in der Größe von sieben mal acht Zentimetern herstellen", sagt Ernst Reichmann, Zellbiologe am Kinderspital Zürich.

Der große Fortschritt: Die neue Haut besteht bereits aus Unter- und Oberhaut. "Wir fangen mit einem Grundgerüst an", schildert Reichmann. "In dieses Grundgerüst geben wir patienteneigene Unterhautzellen und auf dieses Grundgerüst patienteneigene Oberhautzellen. Beide Zelltypen unterstützen sich untereinander, so dass dann eine funktionelle menschliche Haut entsteht."

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VideoHaut aus dem Drucker
Forscher um die Biochemiker Ursula Graf-Hausner von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften drucken Haut - ihre "Tinte" sind menschliche Zellen. (Beitrag vom 28. Januar 2013)