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HIV-Heimtest in der Kritik
Ein wenig Schleimhaut und schon ist der HIV-Test fertig - zu simpel, sagen Ärzte
Keine Alternative
Deutsche und Schweizer stellen sich gegen HIV-Test
Ein HIV-Schnelltest, der in den USA bereits zugelassen ist, steht bei Medizinern in Deutschland und der Schweiz in der Kritik: zu ungenaue Ergebnisse.
Klinische Studien haben ergeben, dass der Test 92 Prozent aller HIV-Erkrankungen erkennt. "Das heißt, falsche negative Ergebnisse bei HIV-Erkrankten sind bei jedem zwölften Test zu erwarten", teilte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) mit. Der Heimtest könne also keine letzte Sicherheit liefern, warnte die Behörde. Ein Arztbesuch bleibe erforderlich - vor allem dann, "wenn der letzte Kontakt innerhalb der vorangegangenen drei Monate stattfand". Andersherum zeigt der Test nur bei jedem 5000. gesunden Menschen fälschlicherweise ein positives HIV-Ergebnis an.
Ein Blut-Schnelltest beim Arzt daure nur 15 Minuten, habe aber eine fast 100-prozentige Treffgenauigkeit und der Getestete sei nicht allein mit dem Ergebnis, meint Pietro Vernazza, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Aids-Fragen. Ein solcher Test helfe auch denen nicht, denen die Hürde zu hoch ist, zum Arzt zu gehen, sagt Benedikt Zahno vom "Aids Hilfe Checkpoint Zürich": "Ich glaube nicht, dass ein Test zu Hause dieses Verhalten wirklich ändert. Dazu braucht es eine begleitende Beratung."
In den USA ist der erste frei verkäufliche HIV-Test für zu Hause im Juli 2012 zugelassen worden. Das "OraQuick In-home"-Analysegerät soll im Oktober gleichen Jahres auf den Markt kommen und 20 Euro kosten. Bei dem HIV-Selbsttest wird ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen. Der Test liefert ein Ergebnis binnen 20 bis 40 Minuten.
Glossar
Aids - HI-Viren greifen das Immunsystem an
Aids steht für das "Acquired Immune Deficiency Syndrome" (erworbene Immunschwäche). Es bezeichnet das Vollbild einer unheilbaren Krankheit, deren Ursache der Zusammenbruch des menschlichen Immunsystems ist.
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