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"Legal Highs"
Eine kleine Veränderung, und schon müssen Forscher die Droge neu erfassen
Gemeinsam verbieten
Betäubungsmittelgesetz soll "Legal Highs" erfassen
Synthetische Drogen sollen nach dem Willen der deutschen Drogenbeauftragten Mechthild Dyckmans als Gruppe ins Gesetz aufgenommen werden.
Nach dem deutschen Betäubungsmittelgesetz muss jede molekulare Variante eines Wirkstoffes einzeln aufgenommen werden. Das kann bis zu einem Jahr dauern. Solange fallen die Substanzen lediglich unter das Arzneimittelgesetz. Drogenproduzenten verändern das illegale Muttermolekül minimal. Die Wirkung bleibt bestehen, aber auf der Verbotsliste taucht der Stoff nicht auf.
Zwar hat der Gesetzgeber 2012 nachgerüstet und 28 neue psychoaktive Substanzen ins Betäubungsmittelgesetz aufgenommen. Aber es ist ein Hase-und-Igel-Spiel. "Die Möglichkeit, neue Substanzen zu designen, ist nahezu unbegrenzt", sagt der Chemiker Mathias Balz vom Landeskriminalamt Rheinland Pfalz. Der Handel mit "legal highs" sei allerdings nach dem Arzneimittelgesetz durchaus strafbar.
Das derzeitige System sei jedoch nicht in der Lage, "aufkommende Bedrohungen vorherzusagen, indem neue Verbindungen aktiv gekauft, synthetisiert und untersucht werden", erklärt Wolfgang Gölz von der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD). Dem könnte aber, so Gölz, "durch eine bessere Fähigkeit zur kriminaltechnischen forensischen Analyse und Forschung auf europäischer Ebene abgeholfen werden". Referenzsubstanzen sollen den Ermittlern helfen.
Der EBDD-Direktor betonte, erst vor kurzem sei die operative Leistungsfähigkeit des Frühwarnsystems verbessert worden, damit schneller auf erkannte neue Substanzen reagiert werden kann. Angesichts des Tempos, mit dem neue Entwicklungen auftreten, sei es aber wichtig, künftige Herausforderungen möglichst vorauszusehen.
Legal, illegal, high
Neue "legale" Drogen überfluten Europa
Wie die EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) 2011 mitteilte, wurden im Vorjahr auf dem europäischen Markt 41 neue Drogen registriert.
Glossar
"Legal Highs"
"Legal Highs" werden als Alternative zu herkömmlichen illegalen Drogen angeboten und als "Herbal Highs", "Partypillen" oder "Material für die chemische Forschung" vertrieben.