Lupe
Borrelien nach einem Zeckenbiss sorgen in der Regel für typische Symptome
Die Borrelianer
Mediziner sehen keine chronische Krankheit
Viele Patienten, die über Monate wegen chronischer Borreliose Antibiotika einnehmen, sind daran nicht erkrankt, so der Freiburger Neurologe Prof. Sebastian Rauer.
Ärzte, die anderes behaupten, berufen sich häufig auf den Lymphozyten-Transformationstest. Dieser schlägt selbst dann an, wenn im Blut der Betroffenen, der "Borrelianer", keine Antikörper gegen Borrelien nachzuweisen sind. "Das ist mit der ganzen Logik der Körperabwehr nicht zu vereinbaren", meint Rauer.

"Es gibt Zahlen, die darauf hindeuten, dass im Jahr 0,5 Prozent der Bevölkerung neu an Borreliose erkrankt", sagt dagegen Kurt Müller von der Deutschen Borreliose-Gesellschaft (DBG). "Befunde werden oft unterschiedlich interpretiert und es wird nicht selten unterschiedlich eingeschätzt, wann eine behandlungsbedürftige Borreliose vorliegt." Anders als die DBG mit ihren 400.000 Betroffenen spricht das deutsche Nationales Referenzzentrum für Borrelien von 60.000 bis 100.000 Betroffenen.

Typisches, klinisch anerkanntes Symptom der Borreliose ist die Wanderröte, ein roter Ring auf der Haut um den Zeckenbiss. Diese Körperreaktion trete der DBG zufolge jedoch bei einem Drittel der Erkrankten nicht auf. Weitere Symptome seien Muskel- und Gelenkschmerzen oder auch Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten. Sie können innerhalb von vier Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten.

Glossar
Borreliose
Schätzungen nach erkranken in Deutschland jährlich etwa 40.000 Menschen an Borreliose. In Myriaden von Wirten auf nahezu der gesamten Erde überlebt Borrelia burgdorferi.
Literatur
Auwaerter PG et al (2011) Antiscience and ethical concerns associated with advocacy, Lancet Infect Dis 11: 713 - 719
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