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Schlafendes Kind Video
Wenn Kinder aufgeregt und nervös sind, kann das an Schlafstörungen liegen
Schlaf für die Kleinsten
Forscher entwickeln Schlaftherapie für Kinder
Jedes fünfte Kind leidet unter Schlafstörungen. Für die Betroffenen und deren Eltern haben Tübinger Forscher das Therapiekonzept "Mini-KiSS" entwickelt .
"Bis zu 35 Prozent der Eltern von jungen Kindern berichten von häufig auftretenden Schlafschwierigkeiten, nächtlichem Aufwachen, Einschlafschwierigkeiten, Widerständen beim Zubettgehen und Schlafen im Elternbett", sagt die Psychologin Dr. Angelika Schlarb von der Uni Tübingen. "Viele der Kinder haben Schwierigkeiten ohne elterliche Hilfe einzuschlafen".

Duch die Schlafprobleme falle es Kinder oft schwer, zu lernen, sie seien zudem ängstlich, unausgeglichen, aggressiv oder depressiv. Außerdem können Schlafstörungen chronisch werden – auch in jungem Alter. Mit dem Tübinger Trainingsprogramm für Eltern von Klein- und Kindergartenkindern mit Schlaf-Schwierigkeiten (Mini-KiSS) lernen Eltern in sechs wöchentlichen Trainingsabschnitten zu verstehen, welche Gründe es für die Schlafschwierigkeiten eines Kindes geben kann und wie diese verbessert werden können.

Dazu gehören Informationen über gesunden Kinderschlaf und beeinflussende Faktoren, Erziehungsstrategien zur Verhaltensänderung, sowie Techniken zur Stressverarbeitung, Entspannung und Beruhigung. Diese Fähigkeiten hängen eng mit dem Schlafverhalten der Kinder zusammen. Das Kind lernt spielerisch mittels eines Kuscheltieres, des Therapieleoparden Kalimba aus dem Zauberland, wie es das eigene Schlafverhalten verändern kann. Die eigentliche Therapie findet somit in den Familien zu Hause statt, wird jedoch wissenschaftlich begleitet mit einer schlafspezifischen Diagnostik direkt nach dem Training und drei Monate später und einer umfassenden Einführung.

Jedes fünfte Kind schläft schlecht, die Leistung sinkt
Bei Kindern und Jugendlichen mit schlechten schulischen Leistungen sollte nach Ansicht von Experten auch an einen Schlaftest gedacht werden. Untersuchungen zufolge haben 20 Prozent der Kinder Schlafstörungen, dabei ist Schlaf enorm wichtig für die Gedächtnisleistung, wie der Leiter des Kinderschlaflabors im Klinikum Südstadt, Frank Kirchhoff, im März 2011 sagte. Auch schnarchende Kinder hätten häufig schlechtere Schulleistungen als nicht schnarchende. Schulkinder hätten einen Mindestschlafbedarf von acht bis zehn Stunden, sagte er. Im Rostocker Schlaflabor werden jährlich rund 500 Kinder untersucht.

Die Ursachen für Schlafstörungen seien sehr unterschiedlich, sagte Dirk Olbertz, Chefarzt der Abteilung für Neonatologie am Südstadtklinikum. Oft beeinflussten vergrößerte Mandeln oder Polypen die Schlaftiefe und führten dann zu Konzentrationsstörungen. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Schlafdauer von Schulkindern stetig abgenommen, wie Olbertz sagte. Auch seien bei vielen Jugendlichen die Schlafphasen verschoben. Sie seien abends länger aktiv, litten dafür aber morgens unter Müdigkeit. Gerade bei diesen Jugendlichen könne der frühe Schulbeginn zu deutlich schlechteren Leistungen in den ersten Schulstunden führen.

Weitere Anlässe für eine Schlafuntersuchung seien Atemaussetzer bei Früh- und Neugeborenen. Nötig sei mitunter ein Heimmonitor zur Schlafüberwachung, etwa bei chronischen Lungenerkrankungen. Aber auch bei Kindern mit Geschwistern, die am plötzlichen Säuglingstod starben, sollten an einen Heimmonitor gedacht werden. Dieser warne nach wenigen Sekunden ohne Atmung die Eltern, die dann genügend Zeit hätten, die Situation zu entschärfen. Bei Säuglingen bis zum Alter von zwölf Monaten sei der plötzliche Säuglingstod die häufigste Todesursache, sagte Olbertz.

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