Malariamücke Video
Ein harmloser Stich der Malariamücke kann die tödliche Krankheit übertragen
Mücke im Blindflug
Forscher schalten Geruchssinn von Anopheles aus
Der Biologe Klaus Raming und die Biochemikerin Katharina Wölfel haben eine Substanz entdeckt, die den Geruchssinn der Malariamücke Anopheles lahmlegt.
"Mücken, die geruchsblind sind, finden ihre Opfer nicht mehr - den Menschen -, aber auch ihre Fortpflanzungspartner und ihre Brutstätten", schildert er. "Der Clou daran ist, dass wir eine Substanz haben, die alle Geruchsrezeptoren gleichzeitig ausschaltet." Sie greift ein Element an, dass die sonst hoch variablen Rezeptoren gemeinsam haben.

"Wir werden aber noch nicht morgen ein Mittel gegen die Ausbreitung der Malaria haben", sagt Raming: "Der Stoff ist so neu, dass er noch nicht einmal einen Namen hat." Versuche zur Umweltverträglichkeit und alle anderen Untersuchungen stehen noch aus, die ein Stoff zur Zulassung benötigt.

Malaria-Mücken haben einen Rezeptor für Schweiß
Weibliche Anopheles-Mücken können über Kilometer ihre menschlichen Opfer ausmachen. Sobald der Rezeptor AgOr1 den Duftstoff 4-Methylphenol meldet, bewegen sich die Mücken auf ihr Ziel zu, um ihm Blut abzusaugen. Der von den Forschern um John Carlson von der Universität Yale entdeckte Rezeptor ist nur bei weiblichen Moskitos nachweisbar.

Beim Stechen übertragen die Mücken den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum. Die Weiterverbreitung erfolgt dadurch, dass sich der Erreger im menschlichen Körper rasend vermehrt und beim Stechen der bereits infizierten Menschen durch weitere Mücken aufgenommen und weitergetragen wird. Die Symptome von Malaria sind Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Eine Impfung gibt es noch nicht.

Zielgerichtet
Malariamücken werden von der Atemluft eines Menschen angezogen und schwenken dann meist in Richtung Füße. Rezeptoren im Mundbereich der Blutsauger können mindestens neun verschiedene Fußdüfte registrieren. Dagegen gibt es nur einen Rezeptor für Kohlendioxid, der aber von fünf Geruchsstoffen der Füße blockiert werden kann. Sobald das Kohlendioxid-Signal gestoppt wurde, richteten die Mücken ihre Aufmerksamkeit auf den Geruch der Füße.
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