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Pfleger Lupe
In den meisten Ländern Europas brauchen Krankenpfleger das Abitur
Pfleger mit Abitur
Deutschland streitet um Ausbildung in Pflegeberufen
Man brauche hochqualifizierte Pfleger, meint die Oldenburger Pflegewissenschaftlerin Prof. Martina Hassel. Abitur als Voraussetzung helfe dort.
In 25 von 27 europäischen Ländern sei die zwölfjährige Schulzeit längst Voraussetzung für den Pflegeberuf, sagte Frank Weidner vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) in Köln. Notwendig sei auch eine weitere Akademisierung der Pflege. Pflegende hätten mit "immer komplexeren Therapien und Medikationen zu tun, sie müssen verstärkt mit Ärzten und Angehörigen kooperieren und alles gut dokumentieren. Das erfordert eine sehr gute Allgemeinbildung."

"In allen Ländern, die ihre Anforderungen an die Ausbildung angehoben haben, hat dies zu einer Steigerung der Attraktivität des Berufes geführt", so auch die stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbandes der Pflegeberufe, Gertrud Stöcker. "Dies widerlegt das Argument, durch steigende Anforderungen an die Ausbildung werde der Nachwuchs ausbleiben. Je besser qualifiziert die Pflegefachpersonen sind, umso weniger Komplikationen bis zum Tod treten bei Patienten auf."

Die EU fordert kein Abitur für Krankenschwestern
Nach Ansicht des Europaparlaments sollen zehn Jahre Schulausbildung jedoch auch künftig europaweit ausreichen, um Krankenschwester oder Pfleger zu werden. Der zuständige Ausschuss stimmte am 23. Januar 2013 dafür, die gegenwärtige Regelung in einigen Ländern - darunter Deutschland - beizubehalten, wo Haupt-und Realschüler Pflegeberufe ergreifen können. Die duale Ausbildung an der Berufsfachschule nach zehn Jahren Schule wird somit dem Abitur gleichgestellt. Die Regeln sind Bestandteil der Richtlinie für die gegenseitige Anerkennung von Berufsabschlüssen, die die EU derzeit überarbeitet.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) begrüßte das Votum des Parlamentsausschusses und sagte in Berlin: "Unser Einsatz für den Erhalt der Pflegeausbildung in Deutschland hat sich gelohnt." Dies sei ein gutes Signal für das duale Ausbildungssystem.

Bis die EU-Reform steht, dürfte es aber noch dauern. Im Mai 2013 soll das Plenum des Europaparlaments abstimmen, danach müssen die EU-Staaten mit dem Parlament einen Kompromiss ausarbeiten. Künftig will die EU in einem Katalog Anforderungen festlegen, die alle Gesundheitsfachkräfte nach ihrer Ausbildung - egal ob zehn oder zwölf Jahre - erfüllen müssen.

Vorgesehen ist zudem auch die Einführung eines europäischen Berufsausweises, ein elektronisches Zertifikat, das Daten über den Arbeitnehmer enthält. Damit will die EU die Anerkennung von Berufen beschleunigen und es Europäern erleichtern, im Ausland ihrem Beruf nachzugehen. Wer nur zeitweise im Ausland arbeite, wie Reiseführer oder Skilehrer, für den solle dies besonders unbürokratisch erfolgen, sagte die Abgeordnete Evelyne Gebhardt (SPD).

Info
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