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Sendung
19. Juni 2013
  • Neue Kriterien für Arzneimittelversuche
  • Merkmale des "Bösen"
Forscher im Schutzanzug Video
Das Virus ist umstritten, weil es in den falschen Händen gefährlich sein könnte
Virenforscher beenden Forschungspause
Die Sicherheitsmaßnahmen sind abgeschlossen
Nach einem Jahr Unterbrechung wollen Wissenschaftler wieder an einem besonders gefährlichen Vogelgrippe-Virus forschen.
40 Forscher erklärten ihre freiwillige Pause bei der Arbeit an dem Supervirus für beendet. In Labor-Experimenten war ein sehr aggressives Virus entstanden, das sich unter Frettchen rasend schnell verbreitet hatte und viele von ihnen tötete. Aus Angst vor Bioterrorismus hatten die Wissenschaftler um Ron Fouchier von der Erasmus-Universität in Rotterdam im Januar 2012 die zunächst nur auf 60 Tage angelegte Pause angekündigt und sie dann verlängert. Während der Forschungspause sollten Maßnahmen entwickelt und beschlossen werden, die verhindern, dass diese gefährliche Variante des Vogelgrippe-Erregers H5N1 in falsche Hände gerät.

Die Ziele des Moratoriums seien in einigen Ländern bereits erreicht, andere seien kurz davor, hieß es in einem offenen Brief, den die Wissenschaftler am 23. Januar 2013 veröffentlichten. "Deswegen erklären wir das freiwillige Moratorium bei der Forschung an der Übertragung von Vogelgrippe für beendet." Das gelte allerdings nicht für die USA und US-amerikanisch finanzierte Studien in anderen Ländern, da dort noch keine Einigung über die weiteren Bedingungen der Forschung gefunden worden sei.

Bei zahlreichen Konferenzen sei das Thema besprochen worden und die Weltgesundheits-Organisation (WHO) habe bereits Sicherheitsrichtlinien für die weitere Forschung erstellt, heißt es. Der H5N1-Erreger entwickle sich in der Natur weiter und könne gefährlich werden. "Wissenschaftler, die die Erlaubnis ihrer Regierungen und Institutionen haben, ihre Forschungen unter den angebrachten Sicherheitsbedingungen auszuführen, haben eine Verpflichtung gegenüber dem öffentlichen Gesundheitswesen, diese wichtige Arbeit wieder aufzunehmen."

Wie gefährlich das Virus für den Menschen ist, wissen die Forscher noch nicht. Das Problem sei nun einmal komplex, hatte der US-amerikanische Wissenschaftler Anthony Fauci kürzlich erläutert. Er leitet das Nationale Forschungsinstitut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) in Bethesda. "Zunächst einmal wissen wir bisher nur, dass das neue Virus bei Frettchen so einfach übertragbar ist. Wie das beim Menschen ist, ist ja noch gar nicht erforscht." Beim natürlichen Erreger sei das Risiko der Übertragung von Mensch zu Mensch sehr gering, sagt Fauci. Aber wenn das neue Supervirus - und das vermuteten die Wissenschaftler - sich auch beim Menschen derart rasend schnell verbreiten würde, dann würde es eine enorme Gefahr darstellen.

Mediathek
VideoDie Daten sind frei
Das US-Wissenschaftsmagazin "Science" hat die letzte von zwei kontroversen Studien über die Züchtung aggressiver Vogelgrippe-Viren veröffentlicht. (Beitrag vom 22. Juni 2012)
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VideoGespräch mit Alexander Kekulé
Zum Thema sprachen wir am 25. Januar 2013 mit dem Virologen Alexander Kekulé von der Uni Halle.
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