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Pflegerin füttert alte Frau Lupe
Die Zahl der Pflegekräfte hinkt der alternden Gesellschaft noch hinterher
Altenpflege in Not
50.000 Pflegekräfte fehlen in Deutschland
Der Präsident des Deutschen Pflegerats hat der Bundesregierung Untätigkeit bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels im Pflegebereich vorgeworfen.
Andreas Westerfellhaus sagte der "Saarbrücker Zeitung" vom 12. März 2015, allein in den Krankenhäusern fehlten mindestens 50.000 Pflegekräfte, nur um den Personalbestand des Jahres 2007 wieder zu erreichen. Ein Gesetz zur Steigerung der Attraktivität der Bundeswehr sei kein Problem, sagte er. "Aber für den Pflegebereich, in dem es um die Versorgung alter Menschen geht, scheitert das am politischen Klein-Klein."

Das von der Bundesregierung versprochene Pflegeberufsgesetz sei überfällig, sagte Westerfellhaus. Unter den Patienten in den Kliniken gebe es immer mehr Demenzkranke und in den Pflegeheimen seien immer mehr intensiv Pflegebedürftige. Diesen Anforderungen werde die Pflegeausbildung nicht gerecht, kritisierte Westerfellhaus. An dieser Stelle müssten Gesundheitsministerium und Familienministerium zusammenarbeiten.

Hälfte der Bedürftigen von Angehörigen gepflegt
In Deutschland waren Ende 2013 rund 2,63 Millionen Menschen pflegebedürftig. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) wurden zu Hause versorgt. Von diesen erhielten 1,25 Millionen Pflegebedürftige ausschließlich Pflegegeld: Diese Menschen wurden in der Regel allein durch Angehörige gepflegt.

Weitere 616.000 Pflegebedürftige wurden zu Hause von Angehörigen zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste betreut. In Pflegeheimen lebten 764.000 Menschen (29 Prozent).

Prognosen zufolge steigt die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2050 um weitere zwei Millionen. Aufgeteilt nach Geschlechtern geht man davon aus, dass drei von vier Frauen damit rechnen müssen, einmal pflegebedürftig zu werden. Bei den Männern ist es jeder zweite.

Das bedeutet, dass Deutschland mehr Pflegekräfte braucht - professionelle sowie pflegende Angehörige und Ehrenamtliche. In der professionellen Pflege sind 1,3 Millionen Menschen beschäftigt. Nach Schätzung des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), werden jährlich zwei bis drei Prozent mehr Fachkräfte benötigt.

Die Zahl pflegender Angehöriger wird indessen Prognosen zufolge von derzeit 1,7 Millionen zurückgehen. Gründe sind der demografische Wandel: Alterung und Einpersonenhaushalte nehmen zu. Zudem wird es weiterhin schwierig bleiben, Familie, Pflege und Beruf unter einen Hut zu bringen - trotz einiger Besserungen. Auch eine höhere Erwerbsquote von Frauen wird das Potenzial der Angehörigenpflege schmälern.

Mit den beiden Pflegestärkungsgesetzen - das erste ist zum 1. Januar 2015 in Kraft getreten, das zweite soll in dieser Legislaturperiode kommen - wird die Finanzierung um 0,5 Beitragssatzpunkte angehoben. Davon kommt aber nur ein Bruchteil als Entlastungsleistung den pflegenden Angehörigen zugute.

Info
In Berlin beginnt am 12. März 2015 der Deutsche Pflegetag, der vom Deutschen Pflegerat veranstaltet wird. Auf dem dreitägigen Treffen beraten Vertreter von Pflege, Wirtschaft und Politik über die Situation der Branche.
Mediathek: Alltagsbegleiter
VideoZur Seite stehen
Alltagsbegleiter sind für Menschen im Altenheim da - zum gemeinsamen Essen, für Gespräche oder nur zum Zuhören. Sie nehmen sich die Zeit, die Pflegern oft fehlt.
Mediathek
VideoAkuter Pflegemangel
Mit mehr als drei Millionen Pflegebedürftigen rechnen Fachleute 2030 in Deutschland. Der Mangel an Alten- und Krankenpflegern wird bis dahin dramatisch zunehmen. (nano-Beitrag vom 30. März 2011)
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