Künstliche Knie- und Hüftgelenke werden in Deutschland so häufig eingesetzt wie in kaum einem anderen Land. 2008 implantierten europäische Chirurgen nach einem Bericht des Apothekenmagazins "Senioren Ratgeber" eine halbe Million künstliche Hüftgelenke, fast jedes zweite davon in Deutschland. Der Chef der Orthopädie der Universitätsklinik Regensburg in Bad Abbach, Prof. Joachim Grifka, bemängelt, dass in Deutschland "mitunter vorschnell Gelenkersatz implantiert" werde, vor allem an der Hüfte. "Wir brauchen eine feiner abgestufte Therapie", fordert er. Man solle nicht allein auf die Reparaturmedizin setzen: "Arthrose ist keine Krankheit, bei der man sagen kann: Jetzt wird mir geholfen. Man sollte aktiv werden - und lernen, mit Arthrose zu leben."