Grafik: Blutkörperchen
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Forscher können nur kleine Mengen herstellen. (Beitrag vom 14. Juni 2016)
Blut Marke Eigenbau
Künstliches Blut herzustellen, ist aufwändig
Der Dresdener Transfusionsmediziner Torsten Tonn stellt Kunstblut aus Stammzellen her. Die Technik ist für die medizinische Praxis allerdings noch zu teuer.
Eine einzige Blutkonserve in der üblichen Menge aus Stammzellen zu produzieren würde schätzungsweise mehrere 100.000 Euro kosten. Allein in Deutschland werden jedes Jahr fünf Millionen Blutkonserven benötigt.

Blutzellen auch aus Hautzellen herstellbar
Kanadische Zellforscher haben eine Methode gefunden, menschliches Blut aus Hautzellen herzustellen. Dies könne lange Wartezeiten auf Tranfusionsblut vermeiden. Die entstehenden Blutzellen behalten die genetischen Merkmale der Patienten, berichtete der Leiter der Studie, Mick Bhatia von der Medizinischen Hochschule Hamilton in der kanadischen Provinz Ontario . "Wir denken, dass wir in Zukunft auf sehr viel wirksamere Weise Blut herstellen können", so Bhatia.

Die Entdeckung könnte der Studie zufolge auch dazu führen, dass Chemotherapie-Patienten künftig ohne die heute üblichen Pausen über einen längeren Zeitraum behandelt werden könnten. Aus etwa zwölf Quadratzentimetern Haut könne genug Blut für eine Transfusion gewonnen werden.

Das auf diese Weise gewonnene Blut habe zudem den Vorteil, dass keine embryonalen Stammzellen eingesetzt werden müssten, schrieb Bhatia. 2020 könnte die Technik der Studie zufolge ausgereift sein.

Literatur
Bhatia M et al (2010) Direct conversion of human fibroblasts to multilineage blood progenitors. Nature: doi:10.1038/nature09591
Glossar
Stammzellen
Die Stammzellen sind eine Art "Reparaturreserve" des Körpers. Sie sind noch nicht differenziert und können sich verschieden entwickeln.