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Glioblastome
Von Ratten stammt die Erkenntnis: Viren können Gehirntumoren bekämpfen
Viren gegen Tumoren
Parvoviren sollen Krebswucherungen vernichten
Parvoviren sollen nach dem Willen Heidelberger Krebsforscher um den Neurochirurgen Dr. Karsten Geletneky Glioblastome zerstören.
"Die Viren beginnen bereits innerhalb von 24 Stunden mit ihrer Vermehrung und töten die Tumorzellen rasch ab", sagt Geletneky. Warum die Viren als Zellkiller agieren, ist nicht klar, hängt möglicherweise aber mit einem bestimmten viralen Eiweißstoff, dem NS-1 Protein, zusammen. "Der Vorteil einer Anwendung bei Glioblastomen ist, dass die Tumorerkrankung fast immer auf das Gehirn beschränkt ist. Wir können daher die Viren in hoher Dosierung direkt an den Ort der Erkrankung bringen."
Der Heidelberger Virologe Jörg Schlehofer hofft, dass sich die Viren so lange im Gehirn vermehren, bis es keine Tumoren mehr gibt. Parvoviren schleusen ihr Genom nicht in Körperzellen ein, so dass sie selbst keinen Krebs auslösen sollten. "Wir halten das Risikoprofil dieses Virus für extrem gut", meint Geletneky. "Wir glauben nicht, dass wir mit schweren Nebenwirkungen zu kämpfen haben."
Erste Hinweise kamen aus Versuchen an Ratten. "In Tierversuchen haben die ins Gehirn injizierten Viren bislang keinerlei entzündliche oder toxische Reaktion hervorgerufen", sagt Geletneky. Ende 2010 sollen die klinischen Versuche an Menschen beginnen. "Das Gehirn ist natürlich ein besonderes Organ. Wir haben auf relativ engem Raum sehr viele wichtige Strukturen eng benachbart. Das Problem ist, dass operative Therapien trotz moderner Techniken nicht erfolgversprechend sind und den Patienten nicht heilen."
Glossar
Gliome (Glioblastome)
Gliome liegen im Stützgewebe des Gehirns. Ihre bösartigste Form, das Glioblastom, führt bei 50 Prozent der Patienten in Jahresfrist zum Tod.
Literatur
Herrero y Calle M et al (2004) Parvovirus H-1 infection of human glioma cells leads to complete viral replication and efficient cell killing. Int J Canc 109: 76 - 84
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