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"Unsere Methode liegt in 80 Prozent der Fälle richtig", sagt Alice McHardy.
Software gegen Grippe
Informatiker nutzen Stammbäume der Grippe-Viren
"Meine Vision ist es, durch eine Computer-Software zukünftige Grippe-Viren sicher vorherzusagen", sagt die Informatikerin Alice McHardy.
Auf Grundlage ihrer genetischen Sequenzen erstellt McHardy spezielle Grafiken - evolutionäre Stammbäume der Viren. Sie und ihre Kollegen vom Max-Planck-Institut in Saarbrücken bewerten diese Stammbäume systematisch und wollen so die erfolgreichen Viren sicher bestimmen. "Es gibt bestimmte Muster, die Viren auszeichnen", sagt McHardy. "Mit informatischen Methoden kann man erstens nach solchen Mustern suchen und zweitens sie dazu verwenden, um neue Viren in Bezug auf ihre Durchsetzungsfähigkeit in der menschlichen Bevölkerung zu beurteilen."
Alice McHardy hat auf Computern sämtliche Sequenzdaten von bekannten Grippe-Viren aus der Vergangenheit gespeichert. Diese Daten nutzt die Bio-Informatikerin, um ihre neue Software zur Voraussage zukünftiger Grippe-Wellen zu testen. Das Forscherteam um McHardy will so überprüfen, ob der Computer tatsächlich die erfolgreichen Viren richtig vorhersagen kann. "Basierend auf den Daten der letzten zehn Jahre kann unsere Methode in 80 Prozent der Fälle die neue virale Variante richtig vorhersagen", so McHardy.
Die Computer-Software hätte den Grippe-Impfstoff einiger zurückliegender Epidemien anders zusammengestellt als die Immunologen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese greifen dabei aus den Erfahrungen der Vorjahre zurück.
"Aktuell ist es aber so, dass sie im Schnitt alle vier Jahre einmal daneben liegen", sagt Alice McHardy. "Wenn man die Grippe-Viren aber besser vorhersagen kann, könnte man mit dem Impfstoff dementsprechend höhere Wirksamkeit erreichen", erklärt die Informatikerin. "Letztendlich wird das bedeuten, dass es weniger Erkrankungen gibt, weniger schwere Krankheitsverläufe und auch weniger Todesfälle." Jedes Jahr sterben zwischen 500.000 und einer Million Menschen an Grippe.
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