Duftkerzen
Ob in Arztpraxen oder Kaufhäusern - an vielen öffentlichen Orten werden chemische Duftstoffe eingesetzt.
Ob in Arztpraxen oder Kaufhäusern - an vielen öffentlichen Orten werden chemische Duftstoffe eingesetzt.
Mehr Schaden als Nutzen
Lufterfrischer mit ungewünschten Nebenwirkungen
"Duftstoffallergien gehören zu den häufigsten Kontaktallergien", sagt die Augsburger Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann.
Die Duftstoffe würden laut Medizinern und Forschern von den Herstellerfirmen zu wenig auf ihre schädliche Wirkung überprüft. Mögliche giftige Inhaltsstoffe gelangen beim Einatmen in die Lunge und breiten sich von dort im ganzen Körper aus. Bei Allergikern können Hautreaktionen die Folge sein. Vor allem für Kinder sind die Chemikalien in den künstlichen Duftstoffen gefährlich.

Der Umweltanalytiker Andreas Winkens hat bereits 2012 in 18 Lufterfrischern aus Drogerien, Naturwarenläden und Reformhäusern hohe Konzentrationen von Aromaten gemessen. Vor allem Limonen, der typische Duft von Zitrusfrüchten, sei in fast allen Produkten sehr hoch konzentriert vorgekommen. Limonen lösten sehr häufig Sensibilisierungen und Allergien aus. In einer Probe entdeckte er Benzol: Dieser Kohlenwasserstoff befindet sich auch in Autoabgasen und ist beim Einatmen großer Mengen krebserregend.

"Duftstoffe im privaten Innenraum nehmen immer mehr zu", sagt Winkens. "Die Darreichungsformen sind sehr unterschiedlich. Man weiß noch relativ wenig darüber - aus diesem Grund muss hier getestet werden." Besonders besorgniserregend sind die Duftsprays, die eine hohe Anzahl unterschiedlicher Stoffe enthalten.

Deswegen warnt jetzt auch das Umweltbundesamt vor dem Beduften von Innenräumen: "Es ergibt durchaus Sinn, mit Duftstoffen umsichtig umzugehen, vorsichtig zu sein, sie sparsam oder gar nicht einzusetzen. Weil sie im Zweifelsfall eher ein Problem darstellen als einen Nutzen", sagt Wolfgang Straff vom Umweltbundesamt.

Häuslebau mal anders
Ohne Chemie und Gifte
Zürich errichtet ein Haus für Menschen, die allergisch auf Chemikalien, Feinstaub, Schwermetalle und elektromagnetische Felder reagieren.
Geruch erforscht
Es stinkt nicht jedem
Gestank könne man nicht objektiv erfassen, sagt der Bochumer Physiologe Prof. Hanns Hatt. "Wenn ein Mensch sagt, dass ihn ein Duft stört, muss man ihm das zubilligen."