Speisefische
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Viele Speisefische sind stark belastet, das zeigen regelmäßige Kontrollen.
Über dem Grenzwert
Speisefische sind häufig deutlich mit Quecksilber belastet
Der Biologe Lothar Kroll misst seit fast 30 Jahren regelmäßig die Belastungen von Speisefisch aus Rhein, Mosel und Saar. Die Quecksilberwerte sind in der Regel alle stark erhöht.
Laut EU Umwelt-Qualitäts-Norm dürfen 20 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Fisch nicht überschritten werden. Lothar Krolls Messungen ergeben aber Werte von 100 bis zu 300 Mikrogramm pro Kilogramm Fisch. Kroll geht davon aus, dass bundesweit 95 Prozent der Fische den geforderten Wert überschreiten.

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Fisch ist gesund? Nicht immer.
Bereits 2016 gab es einen Bericht darüber, dass die Grenzwerte für Fisch in den großen Flussgebieten Rhein, Elbe und Donau "dauerhaft und flächendeckend" um das fünf- bis 15-fache überschritten werde. Als Grund nennt der Bericht die Verschmutzung der deutschen Flüssen. Die Belastung durch Quecksilber liege nach Angaben der Bundesregierung deutlich über dem Grenzwert. Der chemische Zustand aller Oberflächengewässer in der Republik werde als "nicht gut" eingestuft, teilte das Bundesumweltministerium mit. Quecksilber in Gewässern entsteht vor allem durch den Ausstoß von Kohlekraftwerken. So gelangt es dann in den Fisch und in die Nahrungskette.

Für Schwangere ist Quecksilber im Speisefisch problematisch, denn bei Embryos und Kindern kann es zu Nervenschäden führen. Über die Nahrung, beziehungsweise über Fisch, nimmt der Mensch organische Quecksilber (vorwiegend als Methylquecksilber) auf. Die Besonderheit des organischen Quecksilbers ist, dass es sich im ganzen Körper gleichmäßig verteilt und leicht die Plazentaschranke und die Blut-Hirn-Schranke passiert. Methylquecksilber überträgt sich auf das Ungeborene und kann Entwicklungsschädigungen im Gehirn hervorrufen. Hat eine Mutter viel Quecksilber im Blut, ist auch die Konzentration im Neugeborenen hoch - sogar höher als im mütterlichen Blut.

Vor allem im Schwertfisch sammelt sich Quecksilber an, Hering, Kabeljau oder Seelachs sind tendenziell weniger belastet. Neben Quecksilber finden Wissenschaftler seit Jahrzehnten auch Dioxine im Fisch. Seelachs und Hering wachsen schnell, sie werden in zwei Jahren weggefangen, so dass sich organische Rückstände nicht anreichern. Anders wäre es bei Heringen aus der östlichen Ostsee. Doch die landen gar nicht erst auf deutschen Märkten. Die Grenzwerte der EU sind streng und die Kontrollen der Landesbehörden ebenso.

Tipps für den Fischeinkauf

  • Fisch ist gesund, solange er frisch ist. Da mehrfach ungesättigte Fettsäuren schneller oxidieren als gesättigte Fettsäuren, sind relativ fettreiche Fischsorten leichter verderblich als Fleisch.
  • Kauft man den Fisch im Ganzen, sollten die Kiemen feucht, hellrot und fest anliegend sein. Die Augen sind vollständig vorhanden, glänzen und treten leicht hervor. Die Haut glänzt und schillert, ist fest und haftet am Fleisch. Die unversehrten Schuppen sind fest mit der Haut verbunden.
  • Das fleckenlose, elastische Fleisch gibt auf Druck leicht nach und löst sich nicht von den Gräten. Frischer Fisch riecht nach Meer.
  • Der Weg vom Laden in den Kühlschrank sollte möglichst kurz sein, eine Kühltasche sorgt zusätzlich für eine günstige Temperatur.
  • Fisch sollte immer gut durchgegart werden, mögliche Larven des Heringswurms werden so sicher abgetötet.

Info
Pro Jahr und Kopf verzehren die Deutschen 15,6 Kilogramm Fisch, ingesamt 2,2 Millionen Tonnen. Von den 650 Arten sind Forelle, Rotbarsch und Seehecht die beliebtesten.
Fisch kaufen
Hingucken erlaubt
Beim Fischeinkauf sollte man neben der Schadstoffbelastung auch auf ökologisch unbedenkliche Fischarten achten.
Glossar
Quecksilber - flüssiges Metall mit großen Risiken
Das giftige Schwermetall Quecksilber wird unter anderem für Neonröhren, Energiesparlampen und Amalgam-Zahnfüllungen verwendet.