Montag bis Freitag 18.30 Uhr
Kalender
Januar 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
Nachbau z3 © dpa Video
Die Z3 steht als Nachbau im Museum (Beitrag vom 12. Mai 2016)
Konrad Zuse und die Z3
Deutscher Ingenieur erfand den ersten Computer
Der Urvater aller Computer kommt aus Deutschland. Am 12. Mai 1941 präsentierte der Berliner Erfinder Konrad Zuse den Rechner Z3 im kleinen Kreis.
© apn Lupe
PC-Visionär Konrad Zuse
Zuse entwickelte zwischen 1935 und 1938 seine mechanische Rechenmaschine Z1, die ihm monotone Statik-Kalkulationen in seinem Job als Bauingenieur abnehmen sollte. Das Nachfolgegerät Z3 arbeitete bereits mit Elektrorelais und war der erste vollautomatische, programmgesteuerte und frei programmierbare Rechner der Welt. Die Z3 dürfte sich damit den Titel des ersten funktionstüchtigen Computers der Welt verdient haben. Die Prinzipien des Geräts bestimmen im Prinzip noch heute die Architektur moderner Computer.

Multiplizieren, dividieren und Wurzeln ziehen
Das Gerät war so groß wie eine Wohnzimmerschrankwand, wog mehr als eine Tonne und konnte in drei Sekunden multiplizieren, dividieren und Quadratwurzeln ziehen. Wie moderne Rechner heute verwendete die Z3 bereits das binäre Zahlensystem (Zustand 0 und 1). Die Z3 war außerdem bereits von der Systemarchitektur her auf Ein- und Ausgabegeräte eingerichtet. Damit war Zuse der Entwicklung in den USA deutlich voraus. Beim Universalcomputer ENIAC I, der 1946 von US-Forschern vorgestellt wurde, mussten für jede Programmänderung noch die technischen Komponenten neu verkabelt werden.

Konrad Zuse wurde zwar während des Krieges auch finanziell von der Rüstungsindustrie gefördert, doch spielten die Zuse-Rechner militärisch keine Rolle mehr. Nach dem Kriegsende versuchte Zuse, sich ein Patent für die Erfindung des Computers erteilen zu lassen, doch auch er scheiterte 1967 beim Bundespatentgericht. Während Zuse quasi als Alleinkämpfer in Deutschland agierte, löste der im Vergleich zu den Zuse-Rechnern konzeptionell unterlegene ENIAC I in den USA ein stürmische Entwicklung aus, die letztlich zur Geburt des Silicon Valley in Kalifornien führte, weil das US-Militär Firmen wie Hewlett-Packard mit Großaufträgen versorgte.

Wie der Vater, so der Sohn
Vor 75 Jahren präsentierte der bei den Henschel-Flugzeugwerken angestellte Zuse seinen Rechner nur vor ein paar Wissenschaftlern in seiner Werkstatt in Berlin-Kreuzberg. "Das große Echo blieb aber aus: keine Presse, keine Weltsensation - es herrschte Krieg", begründete dies Horst Zuse, der älteste Sohn des PC-Visionärs, der sich später des technischen Erbes seines Vaters annahm.

© dpa Lupe
Horst Zuse gelang der Z3-Nachbau
Denn im Sommer 2010 gelang Horst Zuse Historisches: Zu Ehren seines Vaters, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, präsentierte Zuse Junior den weltweit ersten, absolut originalgetreuen Z3-Nachbau, wie er sagt. Dieser steht seit 2013 im Deutschen Technikmuseum Berlin. Das Original ist bei einem Bombenangriff am 21. Dezember 1943 zerstört worden.

Eckdaten zum Leben Zuses
22. Juni 1910 Geburt von Konrad Zuse in Berlin
1928 Abitur in Hoyerswerda
1934 Beginn der Entwicklung von programmgesteuerten Rechenmaschinen
1935 Abschluss seines Studiums als Diplom-Bauingenieur. Zuse kündigt seine Ingenieursstelle bei den Henschel-Flugzeugwerken Berlin
1938 Fertigstellung der mechanisch arbeitenden Rechenmaschine Z1 (Konstruktionsbeginn 1936).
12. Mai 1941 Vorführung der ersten voll funktionsfähigen, programmgesteuerten Rechenmaschine der Welt
1945 Heirat mit seiner Frau Gisela (fünf Kinder)
1949 Gründung der Zuse KG in Hessen
1957 Umzug Zuses mit seiner Familie in die Wahlheimat Hünfeld (Hessen)
1964 Zuse scheidet als aktiver Teilhaber aus der Zuse KG aus
1969 Siemens kauft die letzten Anteile und übernimmt die Zuse KG
18. Dezember 1995 Konrad Zuse stirbt im Alter von 85 Jahren in Hünfeld

Links