Intrige, Komplott, Verschwörung
Mittel, eigene Ziele und Interessen durchzusetzen
Zum Wesen der Politik gehört das Durchsetzen von Interessen. Der Zweck heiligt mitunter die Mittel, die manchmal sogar strafbar ausfallen.
© dpa Lupe
Niccolò Machiavelli hat im 16. Jahrhundert unter anderem Werkzeuge der Politik benannt
Das hat der italienische Staatsmann und Politiktheoretiker Niccolò Machiavelli bereits im 16. Jahrhundert behauptet. So gehören auch Intrige, Komplott und Verschwörung zu den Werkzeugen der Politik. Die Grenzen und Unterscheidungen sind mitunter fließend.

Die Intrige, von lateinisch "intricare" (in Verlegenheit bringen), ist laut Duden ein hinterlistiger Plan, ein Ränkespiel. Dabei werden in der Regel andere Personen zum eigenen Vorteil ausgenutzt. In der Literatur, vor allem im Drama, ist die Intrige oft das treibende Element: Die Personen führen durch Ränkespiele Verwicklungen herbei, die im Verlauf der Handlung gelöst werden. Beispielhaft hierfür ist Friedrich Schillers Trauerspiel "Kabale und Liebe", dessen Titel auf die alte Bezeichnung für Intrige ("Kabale") zurückgreift.

Ein Komplott (von lat. "complicatio": Verflechtung) ist im engeren Sinn eine Verabredung zu einem strafbaren Unternehmen (Paragraf 30 Strafgesetzbuch). Im allgemeinen Sprachgebrauch werden aber auch Intrigen, die nur interessengeleitete Ränke bezeichnen, aber nicht strafbar sind, als Komplott bezeichnet.

Der Kern der Verschwörung, auch Konspiration (von lat. "conspiratio"), besteht in ihrem Geheimcharakter. Eine Verschwörung ist also ein verdeckter Zusammenschluss von Personen zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels. Dieses ist, ähnlich dem Komplott, oft ungesetzlich. Im Gegensatz zum Komplott aber kann eine Verschwörung auch implizit, also ohne verbale Verabredung erfolgen.

Mehr zum Thema
© dpaWissenschaftsdoku: Verschwörungstheorien auf dem Vormarsch
Misstrauen gegenüber Regierungen hat eine Kultur des Zweifelns erschaffen. Ängstliche Menschen finden Trost in den Erklärungen, die Verschwörungstheorien verbreiten.