Sandwall
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Nicht alle Grenzanlagen bestehen aus Beton und Stahl.
Mauern, Zäune und Sperranlagen weltweit
Ein Überblick über einige der größten Grenzmauern
Als im Jahr 1989 die Berliner Mauer fiel, gab es weltweit 16 Sperranlagen. Heute sind 65 Mauern oder Zäune in Planung oder bereits errichtet.
  • Ungarn: Der Sperrzaun zu Serbien geht auf eine Initiative der rechtsgerichteten ungarischen Regierung zurück. Im Juli 2015 wurde mit dem Bau des 177 Kilometer langen Zauns an der Grenze zu Serbien begonnen, nachdem in Ungarn ein Rekord von 80.000 Asylanträgen registriert wurde. Mittlerweile Mittlerweile erwägt die ungarische Regierung einen weiteren Zaun an der Grenze zu Rumänien, sollte sich die Flüchtlingssituation wieder verschlechtern.
  • Westsahara: In dem von Marokko besetzten Gebiet trennt eine 2700 Kilometer lange Mauer aus Sand seit den 1980er Jahren das marokkanische Gebiet von Regionen, die von Rebellen der Front Polisario kontrolliert werden.
  • Saudi-Arabien: Nach dem Vormarsch der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat Saudi-Arabien damit begonnen, eine bereits existierende Sandmauer von sieben Metern Höhe an der Grenze zum Irak mit einem 900 Kilometer langen Zaun zu verstärken. Hinzu kommen 78 Wachtürme, acht Kommandozentren, zehn Überwachungsfahrzeuge, 32 schnelle Eingreifzentren sowie drei schnelle Eingreiftruppen.
  • Israel: Das Land begann 2002 mit dem Bau einer Grenzanlage entlang des besetzten Westjordanlandes. Damit sollten nach Regierungsangaben Anschläge radikaler Palästinenser verhindert werden. Kritiker sagen jedoch, damit würde Land konfisziert und eine De-facto-Grenze entgegen internationalem Recht gezogen.
  • USA: Präsident Bill Clinton förderte in den 1990er Jahren die Verstärkung der Grenze zu Mexiko. Die Sorge vor einem Eindringen von Mitgliedern des Terrornetzwerks Al-Kaida oder des IS über die durchlässige Grenze in die USA hat zum Bau weiterer und widerstandsfähigerer Sperranlagen geführt. Donald Trumps Wahlversprechen, eine 3000 Kilometer lange Grenzmauer zu Mexiko zu bauen, scheiterte im Mai 2017 an den Haushaltsverhandlungen - zunächst.
  • Griechenland: Die verbesserten Beziehungen zur Türkei und die Beseitigung von Minen im Grenzgebiet haben Griechenland zu einem der größten Einfallstore für Flüchtlinge nach Europa gemacht. 2012 baute das Land den Evros-Zaun entlang der Grenze zur Türkei.
  • Nordirland: Belfast hat 99 "Friedenslinien", die protestantische und katholische Gemeinden voneinander trennen sollen. Die älteste dieser Linien stammt aus 1969. Trotz der Unterzeichnung eines Friedensvertrags 1998 wurden die Sperranlagen seither ausgeweitet.
  • Spanien: Die in Nordafrika gelegenen spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind von Hightech-Zäunen umgeben. Viele Flüchtlinge sind bereits beim Versuch, diese zu überwinden, ums Leben gekommen. Einige wurden von marokkanischen Sicherheitskräften erschossen.
  • Indien: Seit 1993 hat Indien schrittweise einen Stacheldrahtzaun um Bangladesch herum errichtet, um die Einwanderung zu reduzieren. Dies hat zu Streitigkeiten über den genauen Grenzverlauf geführt. Hinzu kommt die über 3000 Kilometer lange indisch-pakistanische Grenze, die aufgrund von Gebirgen und Flüssen zwar nicht komplett eingezäunt ist, aber dennoch ein beeindruckendes Bauwerk dartellt, das bei Nacht sogar aus dem Weltraum mit bloßem Auge zu erkennen ist
  • Zypern: Eine Sperranlage trennt nach wie vor die Insel und ihre Hauptstadt Nikosia in einen griechischen und einen türkischen Teil. Die Trennung geht zurück auf die türkische Invasion von 1974.
  • Turkmenistan: Mit 1700 Kilometern zählt der turkmenisch-usbekische Grenzzaun zu den längsten der Welt. Bereits 2001 fertiggestellt, gehörten vor allem illegale Immigration und Schmuggel zu den hauptsächlichen Baugründen.
  • Brasilien: Noch befindet sich das Projekt in der Planungsphase, doch bald schon will Brasilien eine virtuelle Grenze entlang seiner 16.000 Kilometer langen Landesgrenze errichten. Radaranlagen, Drohnen und sogar Satellitentechnik sind vorgesehen. Es wäre die längste derart abgesicherte Grenze der Welt.

US-Haushaltsstreit beigelegt
Kein Geld für die Mauer
Grenzsicherung ist teuer. Beispiele wie Melilla und Brasilien zeigen: Mauern und Zäune kosten viele Millionen. Donald Trump steht mit seinem Versprechen vor einem Geldproblem.
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Grenzen und Zäune
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