Grafik © Esa
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Höhepunkt der "Rosetta-Mission" war das Absetzen des Landemoduls "Philae".
Die Rosetta-Mission
Sonde untersuchte Ursprung des Sonnensystems
Spektakuläres Ende der Mission "Rosetta": Zwölfeinhalb Jahre nach ihrem Start ist die Sonde auf dem Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko niedergegangen.
Die "Rosetta"-Mission der Europäischen Raumfahrtagentur (Esa) sammelte Erkenntnisse über den Ursprung von Kometen und die Geburt unseres Sonnensystems. Untersuchungsobjekt war der Komet "67P/Tschurjumow-Gerasimenko", der mit diversen Messgeräten analysiert wurde. dabei ging es um Erkenntnisse zu den Gasen im Schweif des Kometen, seine Temperatur im Kern und seine Dichte.

Die letzten Bilder
Letzte Aufnahmen der Osiris-Kamera ...  © dpa
Letzte Aufnahmen der Osiris-Kamera ...
... beim Anflug auf Tschuri.  © dpa
... beim Anflug auf Tschuri.
Projektende: Esa-Mitarbeiter trösten sich mit einem Tschuri-Kissen.  © reuters
Projektende: Esa-Mitarbeiter trösten sich mit einem Tschuri-Kissen.

Den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko" entdeckten die Astronomen Klim Tschurjumow und Swetlana Gerassimenko im Jahr 1969. Aufnahmen mit dem Hubble-Teleskop zeigen einen ovalen Himmelskörper von drei mal fünf Kilometern Größe. Alle sechseinhalb Jahren umrundet er die Sonne. Im August 2015 kam er bis auf 200 Millionen Kilometer an sie heran, danach entfernte er sich wieder bis auf 860 Millionen Kilometer.

Die Bilanz der Mission
© ap
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Die Erkenntnisse aus der Mission.
Rosettas Aufprall auf der Kometenoberfläche markiert das Ende einer Raumfahrtmission, die bereits jetzt als historisch gilt: Mit dem vom Deutschen Raumfahrtzentrum DLR in Köln gesteuerten Minilabor "Philae" war im November 2014 erstmals ein von Menschen geschaffenes Gerät weich auf einem Kometen gelandet. Die Muttersonde "Rosetta" ist zudem die erste Forschungssonde, die in eine Umlaufbahn um einen Kometen einschwenkte und ihn anschließend auf seiner Reise um die Sonne begleitete. Die nun beendete Mission wird die Forscher allerdings noch lange beschäftigten: Die wissenschaftliche Auswertung der von Rosetta übertragenen Daten zur Beschaffenheit des Kometen wird noch Jahre dauern.

Bausteine des Lebens auf "Tschuri"
"67P/Tschurjumow-Gerassimenko" © reuters
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Messungen des Landeroboters "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" beweisen, dass der Himmelskörper viele organische Moleküle enthält. Ein Team um Fred Goesmann vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) berichtet über den Nachweis von 16 organischen Molekülen. Vier davon wurden noch nie auf einem solchen Himmelskörper gefunden.
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Wichtige Stationen der Rosetta-Mission
  • 1985: Die Europäische Raumfahrtagentur Esa beschließt im Programm "Horizont 2000" die Erkundung eines Kometen.
  • Dezember 2002: Probleme mit "Ariane 5"-Raketen, die Rosetta ins All bringen sollen, verhindern den für Januar 2003 geplanten Start zum ursprünglichen Zielkometen "Wirtanen".
  • 2. März 2004: Start mit einer "Ariane 5" vom europäischen Weltraumhafen Kourou.
  • 5. März 2005: Swing-by-Manöver an der Erde vorbei. Die Sonde nutzt die Schwerkraft der Erde, um Flugbahn und Geschwindigkeit zu ändern.
  • 25. Februar 2007: Swing-by Mars
  • 12. November 2007: Swing-by Erde
  • 5. September 2008: Swing-by Asteroid "Steins"
  • 13. November 2009: Swing-by Erde
  • 10. Juli 2010: Swing-by Asteroid "Lutetia".
  • 8. Juni 2011: Rosetta wird in den Tiefschlaf versetzt, damit sie Energie spart.

  • 20. Januar 2014: Rosetta wird nach 957-tägigem Tiefschlaf geweckt.
  • 28. März 2014: Systeme des Landers Philae fahren hoch.
  • Mai bis August 2014: Kursanpassungen und Bremsmanöver.
  • 6. August 2014: Erreichen der Umlaufbahn um den Kometen "67P/Tschurjumow-Gerasimenko".
  • 15. September 2014: Aus fünf Regionen wird der Zielort für den Lander gewählt: die Stelle "J" auf dem Kopf des entenförmigen Kometen.
  • 12. November 2014: Philae landet nach zehn Jahren, acht Monaten und zehn Tagen - leider im Schatten, so dass er keine Energie zum agieren erzeugen kann.
  • 15. November 2014: Philae stellt alle Instrumente wegen Energiemangels ab.
  • 13. Juni 2015: Der Lander sendet wieder Daten zur Erde.
  • 9. Juli 2015: Philae sendet die letzten Informationen.
  • August 2015: Der Komet Tschuri erreicht den sonnennächsten Punkt seiner Bahn.

  • 2. September 2016: Ein besonderes Foto gelingt der Hochleistungskamera Osiris an Bord der Raumsonde Rosetta: Philae steht eingeklemmt in einem dunklen Spalt auf dem Kometen.

Infografik
© apLupeDie Rosetta-Mission der Esa
Glossar
Kometen - "schmutzige Schneebälle" im Weltall
Kometen bestehen aus einer Mischung gefrorener Gase und fester Materialien, weshalb sie "schmutzige Schneebälle" genannt werden.
Mediathek
VideoIm Gespräch: Tilman Spohn
Wir haben den Planetenforscher Tilman Spohn vom DLR gefragt, was ihn besonders an der Rosetta-Mission fasziniert hat ...
Mediathek
© reutersVideoWas kommt nach Rosetta?
Nach der Mission ist vor der Mission: Die ersten Nachfolgeprojekte sind schon geplant.