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Malaria
Haupttodesursache in den Entwicklungsländern
Malaria ist nicht nur die häufigste Tropenkrankheit, sondern auch eine der Haupttodesursachen in Entwicklungsländern. Jede Minute stirbt in Afrika ein Kind unter fünf daran.
Das macht pro Tag rund 1400 Todesfälle, die Hilfsorganisationen zufolge leicht vermeidbar wären. "Gegen Malaria kann man sich einfach und kostengünstig schützen, und man kann sie auch heilen", sagt Valentina Buj vom Kinderhilfswerk Unicef. Trotzdem sterben an den Folgen des Stichs der Anopheles-Mücke jedes Jahr fast 600.000 Menschen - rund 90 Prozent davon laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Afrika südlich der Sahara.

Der WHO zufolge leben in Afrika immer noch rund 280 Millionen Menschen ohne adäquates Moskitonetz in ihrem Zuhause. Weltweit leben laut WHO 3,3 Milliarden Menschen in Malaria-Risikogebieten. Im wohlhabenderen Asien und in Lateinamerika sind jedoch Prophylaxe und ärztliche Behandlung deutlich besser, der Löwenanteil der Malaria-Erkrankungen entfällt daher auf Afrika.

Doch Experten sehen auch Grund zur Freude. Seit dem Jahrtausendwechsel ist die Zahl der Infektionen und Todesfälle dank besserer Prävention und Behandlung deutlich zurückgegangen. Unicef geht davon aus, dass es daher seit 2001 etwa 670 Millionen weniger Malaria-Erkrankungen gegeben hat und 4,3 Millionen Leben gerettet wurden. Rund 3,9 Millionen davon waren afrikanische Kinder.

Malaria tritt meistens in ländlichen Gebieten auf
Grafik Lupe
Malaria ist in den Tropen und Subtropen verbreitet
Die Malaria wird, je nach Verbreitungsgebiet, von den Einzellern Plasmodium falciparum (Malaria tropica), P. malariae (Malaria Quartana), P. ovale (Malaria Tertiana) oder P. vivax (Malaria Tertiana) ausgelöst. Das Verbreitungsgebiet der Krankheit reicht von den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Asiens bis in die gemäßigten Klimazonen hinein. Betroffen sind meist ländliche Gebiete, große Städte sind auch in tropischen Regionen oft malariafrei. In den Randgebieten der Städte kann es durch zivilisationsadaptierte Überträgermücken ebenfalls zu einer Infektion kommen.

Am schlimmsten wütet die Malaria in 30 afrikanischen und fünf asiatischen Ländern. Verbreitet ist sie in insgesamt 105 Ländern, wo sie 3,3 Milliarden Menschen bedroht, die Hälfte der Weltbevölkerung. Die meisten Erkrankungen und Todesfälle gibt es in Nigeria, im Kongo, in Äthiopien und Tansania.

Die Übertragung erfolgt durch den Stich der weiblichen Anophelesmücke. Die Insekten saugen meist abends oder nachts Blut von Säugetieren oder Menschen. Infektionen durch Blutungen in der Spätschwangerschaft sind genauso möglich wie eine Ansteckung durch Bluttransfusionen oder Nadelstichverletzungen. Während einer Schwangerschaft sind Malariainfektionen besonders schwerwiegend, da es zu einer massiven Vermehrung der Parasiten in der Plazenta kommt.

Ein akuter Malariaanfall verläuft in drei Phasen
Die Inkubationszeit liegt, in Abhängigkeit vom jeweiligen Erreger zwischen acht Tagen (P. ovale und P. vivax) und maximal zwei Jahren (P. falciparum). Betroffene klagen über grippeartige Frühsymptome. Ein Malariaanfall verläuft dann in drei Phasen. Zunächst hat der Erkrankte Schüttelfrost ("cold stage"), dann steigt die Temperatur auf 39 bis 41 Grad Celsius ("hot stage"), zuletzt kommt es zu Schweißausbrüchen ("wet stage"). Der Fieberverlauf kann in den ersten Tagen anderen bakteriellen, viralen oder parasitären Erkrankungen gleichen. Nach etwa einer Woche synchronisieren sich die Fieberanfälle bei einem Teil der Patienten zum "typischen" zwei bis drei Tage-Rhythmus. Nur bei der Malaria tropica ist der Fieberverlauf unregelmäßig, wobei es auch zu einem konstanten Fieber, der "febris continua", kommen kann.

Aufgrund von in der Leber ruhenden Erregern kann es bei Infektionen mit P. ovale und P. vivax noch über Jahre zu Rückfällen kommen. Bei nicht ausreichender Behandlung kann man auch an Malaria quartana wieder erkranken.

In schweren Fällen treten Gehirnschäden oder Blutarmut (Anämie) auf. Die gefährlichste Form, die Malaria tropica, kann bei Babys in wenigen Stunden zum Tod führen. Mediziner empfehlen bei der Malaria-Behandlung Kombinationspräparate auf Grundlage des Wirkstoffs Artemisinin. Diese neuen Medikamente sind aber um ein Vielfaches teurer als der traditionelle Wirkstoff Chloroquin und für viele Menschen unerschwinglich. So zeigen Zahlen, dass aus finanziellen Gründen zwischen 85 und 95 Prozent der Malariakranken in Afrika mit veralteten Medikamenten behandelt werden.

Malaria ist in ihrer Frühphase noch zu heilen
Malaria ist heilbar, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Die Erreger werden meist durch Stiche der weiblichen Anophelesmücken übertragen. Mit Moskitonetzen, die mit Insektiziden behandelt sind, kann das Ansteckungsrisiko stark verringert werden. Eine Feldstudie zu einer Schutzimpfung ist abgeschlossen, der Impfstoff könnte noch 2015 zugelassen werden.

Größtes Problem bei der Malariabehandlung und Malariaprophylaxe sind Resistenzen der Erreger. Hierdurch kommt es auch in Gebieten mit vormals geringem Risiko wieder vermehrt zu Infektionen.

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