Agarosegel auf UV-Tisch © dpa
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Die Banden machen das Genprofil sichtbar.
Der genetische Fingerabdruck
Eindeutige Signale aus der DNA be- und entlasten
Für einen genetischen Fingerabdruck genügen geringste Spuren von Sperma, Schweiß oder Speichel sowie Haare oder Hautschuppen.
Wenn sie vollständig erhalten sind, reichen sie oft auch noch nach Jahrzehnten. Die DNA ist bei jedem Menschen anders zusammengesetzt. Nur eineiige Zwillinge besitzen das gleiche genetische Muster. Mit Computerhilfe erstellen die Molekulargenetiker der Rechtsmedizin ein Gen-Profil. Seit die Technik für die Analyse menschlicher Erbsubstanz perfekter und schneller geworden ist, wird der genetische Fingerabdruck nicht mehr nur bei Mord, Totschlag und Sexualdelikten angewendet. Auch Bankräuber sind so schon überführt worden.

Die DNA-Analyse hat aber auch dazu beigetragen, Verdächtige zu entlasten. Bei etwa der Hälfte aller Tötungs- und Sexualdelikte werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin Spuren mit Erbinformationen gefunden. Entdeckt hat die Technik der britische Biochemiker Alec Jeffreys durch Zufall.

Beim deutschen Bundeskriminalamt wurde 1998 eine zentrale DNA-Analyse-Datei eingerichtet. Gespeichert sind darin Daten von Beschuldigten, verurteilten Straftätern und von am Tatort gesicherten Spuren. Damit konnten nach Angaben des Bundesinnenministeriums 1360 Tötungsdelikte, 2370 Sexualstraftaten, 8200 Raub- und Erpressungsfälle sowie 94.200 Diebstahl-Delikte aufgeklärt werden.

Genetischer Fingerabdruck
Kronzeuge DNA
Der genetische Fingerabdruck ist laut dem deutschen Bundeskriminalamt (BKA) eines der erfolgreichsten Instrumente auf der Jagd nach Verbrechern.
DNA-Spuren am Tatort
Zweifelhafter Zeuge
Nach der Ermordung einer Studentin wurden Forderungen nach mehr Möglichkeiten zur Auswertung von DNA-Spuren laut. Doch so einfach ist es nicht.
Mediathek
VideoBakterien entlarven den Täter nach Jahren
Zum Glück hatten die Ermittler Bodenproben genommen: Jahrzehnte später überführte die DNA der Bakterien darin einen Mörder. (Beitrag vom 14. Oktober 2016)
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