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Insgesamt 30 Satelliten sollen für "Galileo" ins All gebracht werden.
Milliardenprojekt Galileo
Kaputt wie ein Schweizer Uhrwerk
Europas Raumfahrtagentur (Esa) hat eine Untersuchung von Unregelmäßigkeiten am Navigationssystem Galileo angekündigt.
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Reparaturbedürftig: Galileo aus dem Takt
Betroffen seien fünf der insgesamt 18 Galileo-Satelliten. Neun Atomuhren seien ausgefallen. Die Funktionsweise des Systems sei aber nicht gestört. Man sei sicher, das Problem in den Griff zu bekommen.

Das Satelliten-Navigationssystem Galileo soll dem Global Positioning System (GPS) der USA Konkurrenz machen. Die EU hatte am 15. Dezember 2016 die ersten Dienstleistungen des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo gestartet. Neben frei zugänglichen Diensten wie der Ortung und Navigation soll Galileo unter anderem die Berg- und Seerettung erleichtern sowie Signale des automatischen Notrufsystems für Fahrzeuge ("eCall") übertragen. Außerdem bietet Galileo einen verschlüsselten Service für Regierungsbehörden an, der für Notfallsituationen wie terroristische Anschläge gedacht ist. Zuletzt waren im November 2016 vier Galileo-Satelliten ins All gebracht worden. Damit sind derzeit 18 von insgesamt 30 Satelliten im Weltraum, bis 2020 sollen auch die übrigen zwölf folgen.

Ähnlich wie das GPS soll Galileo zum Orten und Navigieren dienen - nur präziser. Als Einsatzszenarien nennt die EU den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, zudem Landwirtschaft und Bauindustrie. Auch Behörden sollen das System nutzen. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd verwenden, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger.



Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, doch der Zeitplan musste mehrfach überarbeitet werden - nicht zuletzt weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten.

Galileo im Aufbau
Und weiter geht's
Der Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo schreitet voran: Eine Sojus-Trägerrakete brachte im März 2015 die Satelliten sieben und acht in den Weltraum.
Galileo im Test
Europa kommt in Fahrt
In den Niederlanden fährt das erste Auto, das sich mit Europas Satellitennavigationsystem "Galileo" orientiert.
Info
Das System ist nach dem italienischen Astronomen Galileo Galilei benannt.
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Die Satelliten 5 und 6 kreisen um die Erde - aber im völlig falschen Orbit (Beitrag vom 28. Februar 2014)