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Schattenfiguren © ap Lupe
In einigen Ländern Europas müssen große Firmen Fraun in ihre Vorstände holen
Frauenquoten in Europa
Norwegen, Frankreich, Spanien und Island führen
Angesichts des Widerstands gegen eine europäische Frauenquote fordert Justizkommissarin Viviane Reding die Mitgliedstaaten zu wirksamen nationalen Bestimmungen auf.
Die deutsche Bundesregierung lehnt eine gesetzliche Regelung ab und sieht die EU-Kommission als rechtlich nicht zuständig an. Deutschland sucht daher in Brüssel offenbar mit Erfolg Unterstützer, um die EU-Quote zu blockieren. Diplomaten zufolge könnte die erforderliche Stimmenzahl bereits erreicht sein.

Die Regelungen in Europa:

  • Norwegen: Norwegen ist das erste Land in Europa, das mit einer Zwangsquote versucht hat, mehr Frauen in Spitzenpositionen zu bringen. Schon 2003 wurde eine Quote festgelegt; das Gesetz dazu trat 2006 in Kraft. Die Übergangsfrist für die Firmen lief endgültig Ende 2007 aus. In Norwegen ist Pflicht, dass 40 Prozent der Aufsichtsratsmandate in einem Unternehmen von Frauen besetzt sind. Als Folge wuchs der Anteil weiblicher Mitglieder in diesen Gremien von 25 Prozent im Jahr 2004 auf 36 Prozent 2006 und auf 42 Prozent 2009. Laut Regierung schlug der Effekt auch auf kleinere Firmen über, für die die Quote eigentlich nicht gilt.
  • Frankreich: Das französische Parlament billigte Mitte Januar 2011 ein Gesetz, wonach Großunternehmen binnen sechs Jahren mindestens 40 Prozent der Posten in den Vorstandsetagen für Frauen frei halten müssen. Davor gilt für eine Übergangszeit von drei Jahren eine Mindestquote von 20 Prozent. Das Gesetz betrifft alle Firmen, die börsennotiert sind oder mehr als 500 Beschäftigte haben beziehungsweise mehr als 50 Millionen Euro Umsatz machen.
  • Spanien: In Spanien gilt seit 2007 eine Regelung, wonach börsennotierte Unternehmen und andere Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern in Vorstandsetagen den selben Anteil der Geschlechter anstreben müssen. Als Zielmarke gilt eine Quote von mindestens 40 Prozent innerhalb von acht Jahren - also bis 2015. Als Anreiz sollen Firmen, die die Kriterien erfüllen, bei der Vergabe staatlicher Aufträge bevorzugt behandelt werden.
  • Island: Island verabschiedete im März 2010 ein Gesetz, wonach bis September 2013 der Anteil beider Geschlechter in den Führungsgremien von Firmen mit mehr als 50 Mitarbeitern mindestens 40 Prozent betragen muss.
  • Belgien: Belgien hat Ende Juli 2011 eine Quote festgeschrieben. Sie sieht einen Anteil von jeweils mindestens einem Drittel Frauen und Männern in Führungsgremien von börsennotierten und staatlich kontrollierten Unternehmen vor. Für erstere sind laut Brüssel Sanktionen vorgesehen. Danach wäre jede Neubesetzung eines Postens automatisch nichtig, falls ein Unternehmen die Quote verletzt.
  • Niederlande: Im Mai 2011 wurde von den Niederlanden ein Gesetz verabschiedet, das ab 2015 mindestens 30 Prozent Frauen und Männer in Vorständen vorsieht. Es bezieht sich auf börsennotierte Firmen sowie sonstige Unternehmen, wenn diese mindestens 250 Mitarbeiter beschäftigen.
  • Italien:Italien führte im Sommer 2011 eine Quote ein, die für börsennotierte sowie vom Staat kontrollierten Unternehmen gilt. Ab 2015 müssen demnach beide Geschlechter je mindestens ein Drittel der Vorstände stellen. Unternehmen, die sich nicht an die Vorgaben halten, drohen Sanktionen.

Deutschland hinkt hinterher
"In den Vorstand schaffen es nicht viele"
Nur jeder 25. Vorstandsposten in den 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen war Ende 2012 von Frauen besetzt.
Streit um Frauenquote
Kind und Karriere? Geht!
"Als Frau wird man anfangs belächelt", sagt die Assistenzärzin Roberta Thewes. "Man muss sich beweisen und den Männern zeigen, dass man es wirklich will."