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Große Redaktionen und Internet-Unternehmen wollen Fake News jetzt bekämpfen.
Fake News
Die Suche nach der Wahrheit in einer digitalisierten Welt
Fake News sind wissentlich gefälschte oder erfundene Nachrichten, mit denen die Öffentlichkeit für politische oder kommerzielle Zwecke manipuliert werden soll.
Unwahre Pressemitteilungen können zu einer falschen Berichterstattung in den Medien führen. Häufig werden zudem bewusst falsche Nachrichten unter anderem über soziale Medien verbreitet. Auch werden auf Netzwerken wie Facebook die Anreißer für Links zu etablierten Nachrichtenseiten bewusst irreführend formuliert - und so der Inhalt des verlinkten Textes falsch zusammengefasst.

So lassen sich Fake News erkennen
Es ist nicht immer leicht, diese gezielt verbreiteten Falschmeldungen und manipulierten Videos zu enttarnen. Mit den richtigen Werkzeugen geht das aber leichter. Auf jeden Fall gilt: Man muss an die Quellen gehen.

  • Texte: Am besten ist es, sich auf Details zu konzentrieren. Namen von Personen oder Organisationen, die im Text vorkommen, sollten im Internet gesucht werden. Sind keine oder nur lückenhafte Informationen zu finden, kann das als Warnsignal gelten, dass sie gar nicht existieren. Um die Glaubwürdigkeit zu steigern, verweisen Fake News zudem oft auf etablierte Medien. Beinhaltet der Text Links, sollte daher die Originalquelle gelesen werden. Obacht, wenn der Verweis ins Nichts führt oder der zitierte Text einen anderen Tenor hat.
  • Websites: Seriöse Seiten verschleiern ihre Herkunft nicht. Daher sollten immer ein Impressum oder Kontaktmöglichkeiten vorhanden sein. Wie professionell auch eine Homepage daherkommt, so ist es bei unbekannten Seiten ratsam, eine Suche über Whois durchzuführen. Dort sind unter anderem Daten darüber angegeben, wer wann und wo die Webseite registriert hat. Über Archive wie die Wayback Machine gelangt man zu älteren Versionen einer Seite.
  • Fotos: Eine Rückwärtssuche - etwa über Google oder Tineye - erkennt, ob ein Foto bereits woanders benutzt wurde oder ähnliche Motive im Netz aufgetaucht sind. Dort gibt man die Bild-URL ein oder lädt das Motiv hoch. Um Bildmanipulationen herauszufinden, können Fotos etwa via Foto Forensics oder Izitru überprüft werden.
  • Videos: Auch vermeintliche Live- oder Augenzeugenvideos können rückwärts gesucht werden. Dazu jagt etwa ein Service von Amnesty International kleine Videoausschnitte - Thumbnails - durchs Netz. Oder man checkt einfach via Google Earth, ob die Umgebung zum angeblichen Ort im Video passt. Außerdem können über Seiten wie Sonnenverlauf, Wunderground oder Wolfram Alpha das Wetter und der Schattenwurf zu einer bestimmten Uhrzeit geprüft werden.
  • Soziale Medien: Um keinem Fake-Konto aufzusitzen, gibt es ein kleines Zeichen: den weißen Haken auf blauem Untergrund. Sowohl Facebook als auch Twitter vergeben das Icon an verifizierte Accounts.

Falschmeldungen kursieren nicht erst seit dem Internet-Zeitalter
Falschmeldungen sind jedoch kein reines Netzphänomen. Klatschzeitschriften etwa, die in Deutschland immerhin einige Millionen Leser erreichen, haben mit Blick auf die Verbreitung von Tatsachen einen wenig verlässlichen Ruf. Regelmäßig müssen sie Texte im Nachhinein schwärzen. So auch die "Freizeitwoche". Hollywood-Schauspielerin Sandra Bullock hatte eine einstweilige Verfügung gegen eine der auflagenstärksten deutschen Frauenzeitschriften erwirken lassen. Die hatte ein Interview mit der Schauspielerin veröffentlicht, in dem Bullock vermeintlich von ihrem neuen Freund schwärmte. Laut ihrer Anwältin hat sich die Schauspielerin jedoch nie mit der "Freizeitwoche" darüber unterhalten.

Schon immer fürchteten Journalisten die "Zeitungsente": Eine Nachricht, die schlecht recherchiert und deshalb falsch ist - oder bewusst gestreut wird, um falsche Tatsachenbehauptungen in die Welt zu setzen. Falsche Nachrichten blicken auf eine lange Historie zurück.

Im August 1835 veröffentlicht die "New York Sun" Bilder vom Mond. Grasende Bisons und Einhörner sind darauf zu sehen, Fledermausmenschen schweben durch die Luft. Die Zeitung beruft sich auf angebliche Beobachtungen des Astronomen John Herschel und bekommt große Aufmerksamkeit. Baptistische Missionare fordern gar, den Mondbewohnern das Evangelium näher zu bringen. Nach sechs Artikeln ist der "große Mond-Schwindel" vorbei.

Am 1. April 1998 sorgt der schottische Autor William Boyd in der Kunstwelt für Aufregung. Boyd präsentiert in einer New Yorker Galerie seine Biografie des Malers Nat Tate, in der auch Kunstwerke und Fotografien des "vergessenen Genies" abgedruckt sind. Größen aus Kunst und Medien zeigen sich begeistert über Tate, der nach seinem Selbstmord 1960 in Vergessenheit geraten war. Sie fallen herein auf Boyd, der mit der vermeintlichen Biografie eines erfundenen Künstlers und von ihm selbst gemalten Bildern dem Kunstbetrieb den Spiegel vorhalten wollte.

Ein Kontinent wartet auf den Krieg - und eine Zeitung will nicht warten
Einige Falschmeldungen waren jedoch weit folgenreicher als bloße Scherze. Am 30. Juli 1914 ist die Lage in Europa angespannt. Nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand schlittert der Kontinent einem Krieg entgegen. Der russische Zar Nikolaus II. zögert noch, seine Truppen endgültig gegen das deutsche Reich in Stellung zu bringen. Teile der Armee hat er schon mobilisiert.

Journalisten erwarten nun eine Reaktion von Kaiser Wilhelm II. Der "Berliner Lokal-Anzeiger" will nicht warten und lässt ein Extrablatt drucken - mit der falschen Nachricht, Wilhelm habe die sofortige Mobilmachung der Truppen befohlen. Obwohl die Zeitung später einen Rückzieher macht, ist die Nachricht in der Welt. Nikolaus II. ordnet die Generalmobilmachung an.

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VideoPropaganda und schnelles Geld
Hinter Fake News stecken nicht immer politische Interessen. Manchen geht es nur darum, möglichst viele Klicks zu generieren.
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VideoZum Thema sprachen wir am 11. Januar 2017 mit dem Tübinger Medienwissenschaftler Prof. Bernhard Pörksen.
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