Erdöltanks im Hamburger Hafen © dpa Lupe
Importiertes Erdöl erreicht Deutschland vor allem im Hambuger Hafen
Erdöl - begehrter Rohstoff
Gemisch aus diversen Kohlenwasserstoffen
Der Rohstoff ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Hauptsächlich enthält Erdöl 83 bis 87 Prozent Kohlenstoff.
Weitere Bestandteile sind mit 11 bis 15 Prozent Wasserstoff, bis zu sechs Prozent Schwefel und Spuren von Sauerstoff, Stickstoff und Metallen. Die Verbindung von Kohlenstoff und Wasserstoff kann in Millionen verschiedenen Molekülstrukturen auftreten.

Deshalb ist Erdöl auch so unterschiedlich in der Erscheinung: Es kann gelb und dünnflüssig sein, oder dick und schwarz. Entstanden ist es aus Massen von abgestorbenem Plankton und Pflanzen, die vor Millionen Jahren auf den Meeresboden sanken. Überdeckt von Sand und unter Druck sowie durch Bakterien verwandelte sich die Masse in Öl. Große Lagerstätten sind am Arabischen Golf, im östlichen Russland, im Süden der USA, der Nordsee, Indonesien oder Nordafrika.

Die zehn größten Erdölförderer
Land Millionen Tonnen
Saudi-Arabien 525
Russland 485
USA 314
Iran 198
China 186
Mexiko 186
Kanada 152
Venezuela 151
Arabische Emirate 138
Norwegen 130
Quelle: Esso-Studie "Oeldorado 2007", Zahlen aus 2006 

Öl sprudelt nur aus einer Quelle, so lange Überdruck herrscht. Ist dieser abgebaut, pumpen die Ölförderfirmen Wasser in die Lagerstätte, das das Öl in die Leitungen drückt.

Wenn das Erdöl gefördert ist, wird es von Wasser, Gasen und anderen Verschmutzungen gereinigt und heißt dann Rohöl. Je leichter und je schwefelärmer das Rohöl ist, umso höherwertig ist es, da es einfacher zu verarbeiten ist. Besonders hochwertiges Öl kommt zum Beispiel aus Libyen, aber auch aus der Nordsee.

In Raffinerien wird aus Erdöl Benzin gewonnen
Verarbeitet wird das Öl in Raffinerien. In hohen Metalltürmen wird es heiß gemacht und so in die verschiedenen Bestandteile getrennt: Benzin, Mitteldestillate (das sind Diesel und Heizöl) und Rückstände. Der Siegeszug des Öl begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als in den USA die ersten großen Funde gemacht wurden. Vereinzelte Öllager knapp unter der Erde waren aber an verschiedenen Orten schon lange vorher bekannt. Zunächst wurde der auch als Steinöl bezeichnete brennbare Stoff vor allem für Lampen benötigt.

Doch mit der Erfindung des Benzinmotors und des Autos explodierte der Bedarf: Kein anderer Energieträger wie Kohle, Gas oder Holz war so universell und praktisch einzusetzen. Öl ist energiereicher als Kohle, einfacher zu gewinnen und leichter zu verarbeiten. Vor allem das Auto ist der wichtigste Abnehmer für Ölprodukte heute.

Die zehn größten Erdölverbraucher
Land Millionen Tonnen
USA 942
China/Hongkong 347
Japan 241
Russland 136
Deutschland 123
Indien 119
Brasilien 104
Kanada 100
Republik Korea 100
Frankreich 94
Quelle: Esso-Studie "Oeldorado 2007", Zahlen aus 2006 

Völlig unterschiedlich sind die Ansichten darüber, wie lange das Öl noch reicht. Wissenschaftler gehen davon aus, dass Öl nicht ausgeht, sondern dass der Preis irgendwann so hoch steigt, dass andere Energieformen wirtschaftlicher werden.

Infografik
LupeNachgewiesene Ölvorkommen in Millionen Barrel
Infografik
LupeTägliche Erdöl-Fördermengen in Millionen Barrel
aha - Ihre Frage
Wissenschaft im Alltag
"Was füllt die Öllagerstätten auf, wenn Öl gefördert wird?" (Roland Müller, Tübach) - Schicken auch Sie uns Ihre Frage.
mehr zum Thema