Satelliten © Esa, DTU Space
Vor allem die Esa hat sich zum Ziel gesetzt, das Erdinnere aus dem All zu beobachten.
Vor allem die Esa hat sich zum Ziel gesetzt, das Erdinnere aus dem All zu beobachten.
Das Erdmagnetfeld
Zwei starke Felder schützen uns vor Strahlung aus dem All
Das Magnetfeld der Erde setzt sich aus zwei Feldern zusammen: Während das innere im Erdkern entsteht, wird das äußere durch Sonnenwinde erzeugt.
Die Energie für das innere Erdmagnetfeld stammt aus der Wärme, die im flüssigen äußeren Eisenkern der Erde in 3000 Kilometern Tiefe gespeichert ist. Sie ist ein Überbleibsel aus der hitzigen "Geburt" der Erde, als Himmelskörper kollidierten und unseren Planeten formten. Dazu kommt Energie aus dem Zerfall radioaktiver Elemente. Durch den Wärmefluss vom Erdkern in den Gesteinsmantel setze sich das flüssige Eisen in Bewegung. Diese Bewegungen des elektrisch leitenden Eisens führen zum Dynamo-Effekt, der das Erdmagnetfeld erzeugt. Zur Erzeugung ihres Magnetfeldes braucht die Erde nur die Leistung von umgerechnet 200 bis 500 großen Kraftwerken.

© Esa, DTU Space An einigen Stellen wird das Magnetfeld immer schwächer.
An einigen Stellen wird das Magnetfeld immer schwächer.
Seit Beginn der Messungen vor etwa 150 Jahren wird das Magnetfeld, das unter anderem den tödlichen Teilchenhagel der kosmischen Strahlung von der Erde fern hält, allerdings immer schwächer: Die Feldstärke des Erdmagnetfeldes sinkt derzeit um fünf Prozent pro Jahrhundert. Es gibt Spekulationen, dass es in 1500 Jahren zu einer Umpolung kommen könnte, wenn die Stärke des Magnetfeldes weiter abnehme. Der Nordpol wäre dann im Süden, der Südpol im Norden. Derartige Umpolungen hat es in der Erdgeschichte mehrfach gegeben. "Das ist die schnellste Verringerung seit der letzten Polumkehr vor 730.000 Jahren", sagt der Münchner Astrophysiker Harald Lesch.

Doch bevor das schwindende Magnetfeld die Erde dem kosmischen Teilchenbeschuss preisgibt, sollte der Sonnenwind den lebenswichtigen Schutzschild als äußeres Erdmagnetfeld ersetzen, meinen Forscher: Der Sonnenwind ist ein konstanter Strom elektrisch geladener Atomkerne von der Sonne. Er soll die Erde einhüllen und dabei ein Ersatzmagnetfeld in der Ionosphäre erzeugen, das ebenso stark ist wie das Original.

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