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Zahlenwürfel Lupe
Dyskalkulie-Betroffene wissen nicht, dass sich hinter Zahlen Mengen verbergen
Dyskalkulie
Viele Kinder leiden unerkannt an Rechenschwäche
Dyskalkulie-Betroffenen fehlt ein grundlegendes Verständnis für die Mathematik: Sie haben keine Vorstellung davon, dass sich hinter den Zahlen Mengen verbergen.
Grundlegende Rechenarten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division fallen ihnen deswegen schwer. Höhere mathematische Fertigkeiten stellen für die Betroffenen weniger Probleme dar. Doch nicht jeder der schwach in Mathe ist, leidet auch an Dyskalkulie. Nach Angaben der Weltgesundheits-Organisation (WHO) ist die Dyskalkulie, wie auch die Legasthenie, eine Teilleistungsstörung. Die Betroffenen zeigen nur im Bereich des Rechnens Probleme. In anderen Bereichen können sie leistungsstark sein oder sind mindestens normal intelligent. Wer also schwach in Mathematik ist, weil insgesamt nicht sehr intelligent, leidet nicht an Dyskalkulie.

Dyskalkulie hat nichts mit Intelligenz zu tun
Eltern und Lehrer können die Dyskalkulie damit vor allem daran erkennen, dass die Rechenleistung im Vergleich zum sonstigen intellektuellen Niveau des Kindes deutlich unterdurchschnittlich ist. Der Kinder- und Jugendpsychologe Manfred Mickley testet zur Feststellung von Dyskalkulie deswegen immer auch die Intelligenz der Kinder. "Der Intelligenztest dient dazu, festzustellen, wie gut das Kind in verschiedenen Bereichen denken kann. Hat es da vielleicht auch bestimmte Schwierigkeiten oder nicht. Wichtig ist festzustellen, dass das Kind wenigstens durchschnittlich begabt ist", sagt Mickley.

Eltern und Lehrern helfen außerdem verschiedene Kriterien Dyskalkulie zu erkennen: Können die Betroffenen Mengen unterscheiden, können sie Zahlen auf dem Zahlenstrahl einordnen, können sie Vorgänger und Nachfolger bestimmen und können sie in angemessener Geschwindigkeit rechnen.

Ursachen liegen in der Hirnaktivität begründet
Dyskalkulie wird dadurch verursacht, dass bestimmte Hirnregionen nicht arbeiten oder das Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen nicht funktioniert. Das wissen Forscher um Michael von Aster von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychatrie (DGKJP). Zwar aktivieren die rechenschwachen Personen beim Lösen mathematischer Aufgaben die gleichen Hirnregionen wie nicht betroffene Personen, die Aktivität dieser Hirnregionen zeige sich jedoch deutlich schwächer, sagt Auster.

Laut deutschem Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie leiden in Deutschland fünf bis sechs Prozent der Kinder an einer Rechenschwäche. Der Verband "Dyslexie Schweiz" (VDS) schätzt die Häufigkeit unter Kindern in der Schweiz auf drei bis sechs Prozent.