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Bisher akzeptieren in Deutschland nur wenige Geschäfte die digitale Währung.
Bitcoin
Der Wert der digitalen Währung schwankt extrem
Die digitale Währung "Bitcoin" gibt es seit 2009. Neue Bitcoins werden von Computern erzeugt, wobei die "Herstellung" strengen Auflagen unterliegt.
Mathematische Formeln schützen die Währung vor Fälschungen. Die Geldmenge ist gedeckelt: 2013 waren acht Millionen Bitcoin in Umlauf, die Obergrenze liegt bei 21 Millionen und wird 2032 zu 99 Prozent erreicht sein.

Aus Sicht einiger Volkswirtschaftler besteht das Hauptproblem der Währung darin, dass die Geldmenge nur langsam und in einem vorbestimmten Tempo zunimmt. In diesem Punkt unterscheidet sich Bitcoin von einer herkömmlichen Währung wie dem Dollar. Bei der US-Währung lässt die Zentralbank die Geldmenge etwas schneller wachsen als die Konjunktur. Damit verliert der Dollar jedes Jahr leicht an Wert - die Inflation.

Der Wert der Bitcoin schwankte zuletzt extrem. Dahinter stecken Handelsmechanismen: Bei langsam wachsendem Angebot erhöht ein Anstieg der Nachfrage den Kurs. Bei echten Währungen gilt dies als Katastrophe, denn wenn Geld mehr wert ist, tendiert der Mensch dazu, es zu horten - das kühlt die Konjunktur ab. Wenn Investoren wegen kletternder Preise mit einem weiteren Preisanstieg rechnen, kaufen sie nach: Das Geld wird noch teurer. Irgendwann ist der Markt gesättigt. Idealerweise stabilisiert sich dann die Währung auf dem hohen Niveau, schlimmstenfalls bricht der Kurs ein. Bitcoin hat diesen Zyklus schon einmal durchlaufen. Im Juni 2011 erreichte der Kurs fast 31 US-Dollar, fünf Monate später lag er noch bei zwei Dollar.

Im Grunde ähnelt Bitcoin dem Goldstandard, dem Währungssystem, das bis zu den 1930er-Jahren in Kraft war. Damals war jede Währungseinheit eine bestimmte Menge Gold wert, was den Regierungen wenig Spielraum zur Erhöhung der im Umlauf befindlichen Geldmenge ließ. Heute wird der Goldstandard nirgendwo mehr verwendet. Aber einige halten die Zeit für ein Comeback reif und ihnen gilt Bitcoin als moderne Alternative oder Ergänzung. Dazu zählt auch die "Bitcoin Foundation", eine gemeinnützige Organisation, die das System fördern und schützen will.

Deutsches Finanzministerium erkennt Bitcoins an
Deutschland hat die Digital-Währung Medienberichten zufolge inzwischen in wesentlichen Punkten anerkannt. Die virtuellen Münzen seien rechtlich und steuerlich gebilligt und als "Rechnungseinheiten" anerkannt, berichteten die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) und die Online-Ausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" im August 2013 unter Berufung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler und die Antwort des Bundesfinanzministeriums. Bitcoins seien damit "privates Geld".

Zuvor hatte das Bundesfinanzministerium dem FAZ-Bericht zufolge bereits klargestellt, dass Spekulationsgewinne beim An- und Verkauf von Bitcoins nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfrei sind. Anders als bei Aktien- oder Zinsgeschäften würde keine Abgeltungssteuer fällig.

Glossar
Marktwirtschaft
In der marktwirtschaftlichen Ordnung steuern die Preise die Produktion und den Absatz. Der Staat ermöglicht durch Rahmenbedingungen den Wettbewerb.