Insekten und Spinnentiere © colourbox
Wissenschaftler: die natürliche Vielfalt auf der Erde soll erhalten bleiben.
Biodiversität
Bis zum Jahr 2100 könnte jede zweite Art ausgestorben sein
"Die Biodiversität gehört zur Lebensqualität der Menschen", sagt der Zoologe Michael Türkay.

Reichtum an Tier- und Pflanzenarten erhalten
Affe
Viele bedrohte Tiere sollen geschützt werden.
Zum Artensterben tragen die Zunahme der Weltbevölkerung, Kriege und die Ausbeutung der Rohstoffe bei. Durch das Wuchern der Städte, das Abholzen von Wäldern und das Trockenlegen von Feuchtgebieten wird der Artenreichtum ebenso bedroht wie durch Umweltverschmutzung oder industrielle Landwirtschaft und Fischerei. Nach Angaben der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) gingen drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen im vergangenen Jahrhundert verloren. Von 6300 Tierrassen ist nahezu ein Viertel ausgestorben oder vom Aussterben bedroht. Um den Verlust an Vielfalt aufzuhalten, wurde 1992 die Konvention zum Erhalt der biologischen Vielfalt verabschiedet. Zentrales Ziel ist der Erhalt des natürlichen Reichtums an Tier- und Pflanzenarten. Bisher traten der Konvention 188 Staaten bei, darunter auch Deutschland. Das Abkommen ist die erste völkerrechtlich verbindliche internationale Vereinbarung, die den Erhalt der Biodiversität umfassend behandelt und zu einem zentralen Anliegen der Menschheit erklärt.

Biodiversität im 3sat-Land

Deutschland
  • In Deutschland gibt es etwa 28.000 Pflanzen- und Pilzarten und rund 48.000 Tierarten. Dort kommen etwa sieben Prozent des Weltbestands der bekannten Pflanzenarten und 3,8 Prozent des Weltbestandes der bisher bekannten noch lebenden Tierarten vor.
  • Die Zahl endemischer Arten - solche, die ausschließlich an einem bestimmten Ort vorkommen - ist für Deutschland ziemlich gering. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) listet 7 endemische Tierarten und 25 Pflanzensippen.
  • In Deutschland gilt ein Drittel der heimischen Tier- und ein Viertel der Pflanzenarten als gefährdet.

Österreich
  • Österreich ist eines der artenreichsten Länder Europas, vor allem am reichsten an Endemiten: 581 Tier- und 167 Pflanzenarten kommen ausschließlich in Österreich vor.
  • Die meisten österreichischen Endemiten gibt es unter den Wirbellosen: 174 Käfer, 80 Schnecken und 46 Spinnen. Aber auch einige Wirbeltiere finden sich darunter: 6 Fischarten und die Bayerische Kurzohrmaus.
  • Zur Gesamtzahl der Arten gibt es nur Schätzungen. Demnach kommen in Österreich 67.000 Arten vor, darunter 45.000 Tierarten und 3.000 Farn- und Blütenpflanzen.

Schweiz
  • In der Schweiz leben mindestens 45.000 bekannte Tier- und Pflanzenarten, wovon rund 40 Arten Endemiten sind.
  • Von den vom Bundesamt für Umwelt bewerteten Arten (10.702) gelten 35 Prozent (3779) als gefährdet, weitere 11 Prozent (1180) als potenziell gefährdet.

Info
Der 22. Mai ist der Internationale Tag für die biologische Vielfalt. Die UNO hat den Tag im Jahr 2000 eingeführt.
Glossar
Artenschutzkonferenz der Vereinten Nationen
Die UN-Artenschutzkonferenz findet alle zwei Jahre statt. Grundlage ist die 1992 in Rio de Janeiro beschlossene Artenschutzkonvention.