Bergsturz in Bondo 2017 © dpa
Eine meterhohe Schlamm- und Gerölllawine erreichte das Dorf Bondo.
Eine meterhohe Schlamm- und Gerölllawine erreichte das Dorf Bondo.
Berg- und Felssturz
Große Gesteinsmassen geraten in Bewegung
Gerät ein Teil eines Bergs ins Rutschen, unterscheidet man je nach der Größe des abgerutschten Gesteins Stein- oder Blockschlag, Felssturz oder Bergsturz.
Felsstürze werden von den Experten in kleine (unter 100 Kubikmeter, Kantenlänge 4,64 Meter), mittlere (100 bis 10.000 Kubikmeter, Kantenlänge unter 21,5 Meter) und große (10.000 bis eine Million Kubikmeter) unterteilt. Beim Bergsturz übersteigt das Volumen mehr als eine Million Kubikmeter.

Natürliche Prozesse wie Tauen oder Gefrieren tragen zur Verwitterung des Gesteins bei. Erdbeben, extreme Regenfälle oder abschmelzende Gletscher können die Katastrophe auslösen. Bergstürze kündigen sich meist schon Tage oder Wochen vorher durch zunehmenden Steinschlag an. Mit Geschwindigkeiten von mehr als 140 Kilometern pro Stunde bewegen sich die Fels- und Schuttmassen kilometerweit, verursachen gewaltige Schäden und verändern das gesamte Landschaftsbild.

Der Goldauer Bergsturz von 1806 gilt als eine der bisher größten Naturkatastrophen der Schweiz. 30 bis 40 Millionen Kubikmeter Gestein stürzten damals vom Südhang des Rossberges (Kanton Schwyz) ins Tal und zerstörten mehrere Dörfer. Mehr als 450 Menschen kamen ums Leben.