Verkehrskontrolle © dpa
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Mit Alkohol lässt die Fahrtüchtigkeit schnell nach.
Alkohol am Steuer
Zu viel Alkohol im Blut trübt die Reaktionsfähigkeit
Wer sich unter der Wirkung von Alkohol ans Steuer setzt, riskiert schnell seinen Führerschein - auch wenn er niemanden gefährdet und keinen Unfall baut.
Ein Anhaltspunkt für die Verkehrstüchtigkeit ist der Promillewert von Alkohol im Blut, der allerdings nicht allein ausschlaggebend ist. In Deutschland gelten folgende Promillegrenzen:

  • 0,0 Promille: Für Fahranfänger innerhalb der Probezeit und Jugendliche unter 21 Jahren gilt seit dem 1. August 2007 absolutes Alkoholverbot am Steuer.
  • 0,3 Promille: Das Stadium der relativen Fahruntüchtigkeit beginnt. Wer unter Alkoholeinfluss auffällig fährt oder einen Unfall verursacht, riskiert den Verlust des Führerscheins, eine Geldstrafe, Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg und im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe.
  • 0,5 Promille: Ab diesem Wert begeht der Fahrer eine Ordnungswidrigkeit - ganz gleich, ob er sich verkehrsgefährdend verhalten hat oder nicht. Als Strafe gibt es meist eine Geldbuße von 500 Euro, zwei Punkte in Flensburg sowie ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten. Bei Wiederholungstätern erhöhen sich die Strafen deutlich. Außerdem gibt es dann eine Vorladung zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), bei der die Fahreignung des Betroffenen grundsätzlich überprüft wird.
  • 1,1 Promille: Der Verkehrsteilnehmer gilt als absolut fahruntüchtig. In diesem Fall liegt immer eine Straftat vor. Es gibt eine Geldstrafe (meist mindestens 30 Tagessätze), der Führerschein wird für einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu fünf Jahren entzogen, zudem gibt es drei Punkte im Verkehrszentralregister. Außerdem droht eine Freiheitsstrafe - bei Gefährdung anderer Menschen oder fremder Sachen bis zu fünf Jahre, in anderen Fällen bis zu einem Jahr.
  • 1,6 Promille: Ab diesem Wert muss der Fahrer eine medizinisch-psychologische Untersuchung absolvieren - umgangssprachlich auch "Idiotentest" genannt. Einige Gerichte ordnen den Test allerdings bereits ab 1,1 Promille an.

Die Grenzen in Österreich:
  • Grundsätzlich gilt eine Höchstgrenze von weniger als 0,5 Promille. Für Autofahrer in der Probezeit sowie Lkw- und Busfahrer beträgt die Grenze 0,1 Promille. Oberhalb dieser Grenzen drohen eine Verwaltungsstrafe und eine Vormerkung im Führerscheinregister.
  • 0,8 Promille: Es droht eine Strafe von mindestens 800 Euro. Der Führerschein wird für einen Monat entzogen, im Wiederholungsfall für mindestens drei Monate. Außerdem wird ein Verkehrscoaching angeordnet.
  • 1,2 Promille: Hier droht eine Strafe von 1200 bis 4400 Euro, der Führerschein wird für mindestens vier Monate entzogen. Zusätzlich muss eine Nachschulung besucht werden.
  • 1,6 Promille: Die Geldstrafe beträgt 1600 bis 5900 Euro und der Führerschein ist mindestens für sechs Monate weg. Dazu kommen noch eine Nachschulung, ein Termin beim Amtsarzt und eine verkehrspsychologische Untersuchung.

Die Grenzen in der Schweiz:
  • 0,5 Promille: Fahrer erhalten eine Verwarnung und eine Buße. Wer zusätzlich gegen Verkehrsvorschriften verstößt, muss den Führerschein für mindestens einen Monat abgeben. Es drohen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
  • 0,8 Promille: Ab dieser Grenze wird der Fahrausweis für mindestens drei Monate entzogen, dazu kommt eine Geld- oder Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren. Der Verstoß wird ins Strafregister eingetragen.

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