Demonstrantinnen © reuters
BeitragBeitrag
Fridays for Future: Protest mit frechen Slogans.
Macht endlich was!
"Schulbesuch ist sinnlos, wenn die Politik jetzt nichts unternimmt"
Seit einigen Monaten gehen weltweit Tausende Schüler und Studenten freitagvormittags auf die Straße, um von Politikern und Wirtschaftsbossen mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz zu fordern.
Unsere Beiträge zu "Fridays for Future"
Proteste in Schweden... © reuters
Proteste in Schweden...
...in der Schweiz...
...in der Schweiz...
...und in Asien.
...und in Asien.

Heute gibt es von Finnland bis Südafrika Proteste in 106 Ländern. Das ist der bisherige Höhepunkt des Protestes, der "Global Strike For Future": In fast 1700 Städten in aller Welt demonstrieren Jugendliche für mehr Klimaschutz. Nach Angaben der Initiative "Fridays for Future" sind allein in Deutschland fast 200 Demonstrationen geplant, ähnlich sieht es in Frankreich, Italien und Schweden aus.

Eltern und Wissenschaftler unterstützen Bewegung
Was als Streik von Schülern begann findet mittlerweile auch Anklang in anderen Generationen. So haben rund 20.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Stellungnahme unterzeichnet, in der sie die Klimaschutzbewegung unterstützen. Am Freitag soll eine Liste der Unterstützenden an die Umweltaktivisten übergeben werden.Auch Eltern stellen sich mit "Parents for Future" an die Seite der Jugendlichen. Sie bitten unter anderem darum, auf Schulverweise oder andere disziplinarischen Maßnahmen zu verzichten, wenn Schüler für Proteste den Unterricht schwänzen. Die 22-jährige Studentin Luisa Neubauer, eine der Mitorganisatorinnen der Bewegung kennt die Probleme. "Auch ich bin schon durch einen Test gefallen und habe den nicht bestanden. Immer wieder bekommen junge Menschen Schuleinträge oder manchmal auch einen Tadel oder eine Sechs. Wir haben aber ein Team bei uns in der Bewegung, das sich um so was kümmert", erzählt die Studentin.

Nur ein Lob der Kanzlerin genügt nicht
Dass die Jugendlichen während der Schulzeit streiken, hat in manchen Ländern für Kritik gesorgt. Gegner kritisieren die Proteste als Schulschwänzerei. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) sagte hingegen, sie halte die Demonstrationen für eine "sehr gute Initiative".
Mit einem Lob, wie jüngst von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), kann Luisa Neubauer nur wenig anfangen: "Dass Frau Merkel uns als Bewegung begrüßt, ist ja klimapolitisch irrelevant. Wir fordern, dass sie klimapolitische Maßnahmen einleitet. Das ist ihr Job." Die Rolle der Bewegung sei, Veränderungen von der Politik einzufordern.

Engagement rechtfertigt Schulstreik
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt davor, Schülerinnen und Schülern wegen ihres Einsatzes in der Bewegung "Fridays for Future" zu bestrafen. "Es ist absolut in Ordnung, wenn Schülerinnen und Schüler auch während der Schulzeit für einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren", sagte Präsident Thomas Krüger. Er rief dazu auf, den jungen Demonstranten zuzugestehen, dass sie zu drastischen Mitteln greifen, weil sie ihre Zukunftschancen in Gefahr sähen. "Was die Kinder und Jugendlichen jetzt am wenigsten gebrauchen können, ist eine juristische Diskussion über die Schulpflicht", warnte er. "Stattdessen sollten wir ihnen zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen und darüber mit ihnen diskutieren", forderte er. Grundsätzlich seien weitergehende Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen dringend nötig. Die Schulen müssten sorgfältig prüfen, inwieweit Schülerinnen und Schüler für die Demonstrationen vom Unterricht befreit werden könnten. Denn die Förderung von demokratischem und außerschulischem Engagement gehöre auch zum Bildungsauftrag von Schulen, so Krüger.

"Es geht um unsere Zukunft"

Sie fordern von ihrer jeweiligen Regierung eine bessere Klimapolitik und "einen echten Klimaschutz", wie die Bewegung auf ihrer deutschen Webseite erklärt. Die Schüler wollen mit dem Fernbleiben vom Unterricht ausdrücken, dass der Schulbesuch sinnlos wird, wenn die Politik beim Kampf gegen den Klimawandel keine entscheidenden Schritte unternimmt.Vorbild für die Streikenden ist die Schwedin Greta Thunberg, die mit einem mehrwöchigem Schulstreik internationale Aufmerksamkeit erlangte. Drei Wochen lang bestreikte sie von Mitte August 2018 an ihre Schule, inzwischen demonstriert die 16-Jährige immer freitags.Nach eigenen Angaben will sie ihren Protest so lange fortsetzen, bis Schweden seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erfüllt.

Die Aufgaben in Sachen Klimaschutz sind groß


Kampf gegen den Klimawandel
Der Greta-Effekt
Klima-Gerechtigkeit: Dafür gehen inzwischen zehntausende Schüler in vielen Städten weltweit auf die Straße. Auch in Brüssel. Ihre Inspiration heißt Greta.
Schülerproteste
Recht auf eine Zukunft
Die schwedische Schülerin Greta Thunberg hat angefangen, jetzt treten auch Schüler in Zürich, Basel, Brüssel, Freiburg und anderswo in Klimastreik.
Internationale Protestbewegung
"Schulstreik fürs Klima"
Greta Thunberg will unsere Erde retten. Dafür streikt sie seit Monaten vor dem Schwedischen Reichstag. Jetzt wurde die schwedische Schülerin vor der UN-Klimakonferenz gehört.
Info
Die Bewegung "Fridays for Future" ist weltweit aktiv. Proteste fanden bislang laut internationaler Webseite unter anderen in den USA, in Schweden, Australien, Indien, Chile, England, Italien, Niederlande, Belgien, Kanada, in der Schweiz, in Österreich, Irland und Schottland statt. Laut eigenen Angaben hat die Bewegung allein in Deutschland mehr als 155 Ortsgruppen. Sie sei weder an eine Partei noch an eine Organisation gebunden, betonen die Organisatoren.