Schwein © dpa
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Schweine auf der Weide - in der Nutztierhaltung alles andere als die Regel.
Bürger wollen mehr Tierschutz
Staatliche Kennzeichnung für Fleisch soll bis 2021 kommen
Mehr als 80 Prozent der Deutschen befürworten das geplante staatliche Tierwohl-Label für Fleisch.
Das sagte die Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des neuen Ernährungsreports. "Es ist den Bürgern nicht nur wichtig, wie sie essen und was sie essen, sondern wie das Ganze entstanden und produziert worden ist." Das Label werde ein Anreiz für mehr Tierwohl.

© dpa Ein einheitliches Siegel ist geplant.
Ein einheitliches Siegel ist geplant.
Klöckner will bald Details für das Tierwohl-Kennzeichen vorstellen, das mit drei Stufen bis 2020/2021 in die Supermärkte kommen soll. Es soll eine "ambitionierte Einstiegsstufe mit eindeutigem Abstand zum gesetzlichen Mindeststandard" haben. Im Handel sind bereits mehrere Tierwohl-Kennzeichnungen gestartet oder angekündigt worden. "Wenn jeder sein eigenes Siegel hat, will er sich von der Konkurrenz abheben", sagte die Ministerin. Das helfe dem Verbraucher nicht.

Es gebe derzeit eine "intensive Diskussion" zu den Kriterien, da gebe es unterschiedliche Interessen. Wichtig sei, dass auch für Menschen mit geringerem Einkommen etwas dabei sei, sagte Klöckner.

Die Verbraucherschutzorganisation "Foodwatch" kritisiert, dass die Ministerin lediglich auf freiwillige Maßnahmen der Nutztierhalter setzt. Es brauche verbindliche Verbesserungen für alle Nutztiere.

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VideoZum Thema sprachen wir am 10. Januar 2019 mit dem Veterinär Prof. Edgar Schallenberger von der Uni Kiel.
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Der Ernährungsreport 2019 zum Download beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
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