Zusammengekauertes Mädchen © dpa
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Psychische Gewalt ist besonders tückisch - denn oft nimmt sie subtile, unsichtbare Formen an.
Klaps auf den Po ist okay - so denken viele Eltern
Fast die Hälfte der Eltern greift noch zu leichten körperlichen Strafen
Missbrauch hinterlässt Narben im Gehirn: Die Spätfolgen von körperlicher oder psychischer Gewalt in der Kindheit sind fatal.
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30. April: Tag für gewaltfreie Erziehung
Seit dem Jahr 2000 haben Kinder in Deutschland ein gesetzlich festgeschriebenes Recht darauf, ohne jegliche körperliche oder psychische Bestrafung aufzuwachsen. Am 30. April erinnert der Tag für gewaltfreie Erziehung daran, dass selbst der kleine Klaps auf den Po verboten ist. Allerdings ist das noch nicht überall angekommen: Studien zeigen, dass das Gesetz zwar ins Bewusstsein vieler Eltern gerückt und Gewalt gegen den Nachwuchs rückläufig ist. Doch sie ist nach wie vor da.

Drei Prozent der Deutschen haben bereits schwere körperliche Misshandlungen erlebt, zeigt eine Studie von Ulmer Wissenschaftlern. Weitaus häufiger sind leichtere körperliche Strafen wie der berühmte Klaps auf den Po. Etwa 45 Prozent der Eltern halten ihn heute noch für ein angebrachtes Erziehungsmittel, allerdings deutlich weniger als noch 2005. Da waren es 76 Prozent, wie eine weitere Studie zeigt. Psychische Gewalt ist statistisch kaum zu erfassen - dabei kann auch sie zu Veränderungen im Gehirn und Spätfolgen wie Depression oder Angsterkrankungen führen.

Nach dem Trauma
Spuren im Erbgut
Traumata im Kindesalter können das Erbgut nachhaltig verändern und zeitversetzt zu Depression oder Angsterkrankungen führen.