Labor
VideoVideo
Arbeiten unter erschwerten Bedingungen: Forscher sehen ihre Sorgen bestätigt.
Forscher wehren sich
US-Wissenschaftler nach einem Jahr Trump
Reporter Uri Schneider trifft Forscher, die der Politik Trumps vor einem Jahr den Kampf angesagt hatten.
VideoVideo
Klimaforschung ist in den USA ein heißes Eisen.
Viele Forscher in den USA, die in vielen Bereichen global an der Spitze ihrer Branche liegen, fürchteten unter Trump um Anerkennung, Unterstützung und Geld. Und sie hatten mit ihren Sorgen recht, bilanzierte auch das Fachmagazin "Nature". "Es wird immer deutlicher, dass Trump für viele Aspekte der Wissenschaft genauso schlecht war wie befürchtet." Ein Exodus der Spitzenforscher lässt sich bislang nicht beobachten, aber viele arbeiten unter erschwerten Bedingungen - vor allem in der Klimaforschung, der Trump mit dem Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen einen heftigen Dämpfer versetzte. Staatliche Experten-Foren, Agenturen und Regierungsstellen werden personell ausgedünnt oder an entscheidenden Stellen mit Nicht-Wissenschaftlern besetzt. Statt ihrer gewinnen Industrievertreter Einfluss - wie etwa Scott Pruitt bei der Umweltbehörde EPA oder der bekennende Klimawandel-Skeptiker Samuel Clovis im Agrarministerium. Unliebsame Daten werden von Behörden-Webseiten entfernt, Sprachregelungen für deren Mitarbeiter und Wissenschaftler ausgegeben und nationale Forschungsbudgets gekürzt. Bei Anträgen auf staatliche Förderung ab 100.000 US-Dollar wird vor der Bewilligung geprüft, ob sie politisch genehm sind.

Wissenschaftler wollen weiter protestieren
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa gilt zwar nach wie vor als das Maß aller Dinge in Sachen Weltallforschung, ist aber unter Trump nun auch schon so lange wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte ohne echten Chef. Zudem verwirren Mond-Pläne und ein anvisiertes Ende der Finanzierung der Internationalen Raumstation ISS die Beobachter. All das und mehr sei dann auch Grund dafür, dass es in diesem Jahr einen neuen "March for Science" brauche, sagen die Organisatoren und haben die Veranstaltung für den 14. April angekündigt. Mehr als 70 Demonstrationen in Städten weltweit seien schon angemeldet. "Die Wissenschaft wird weiterhin ignoriert oder bagatellisiert beim Entwerfen einer Politik, die auf robustem wissenschaftlichen Input beruhen sollte", sagt Kristen Gunther vom Organisationsteam. "Wir werden uns versammeln und unsere Stimmen erheben und den Machthabern zeigen, dass wir hier sind, um sie zur Rechenschaft zu ziehen, wir sind immer engagierter und unsere Zahl wächst." Und so bilanziert dann auch "Nature" ein Jahr nach Trumps Amtsantritt: "Eine gute Sache ist passiert: Trump hat eine Welle von politischem Aktivismus hervorgebracht von Wissenschaftlern, die motiviert sind, sich ihm entgegenzustellen. Diejenigen, die die Werte der Wissenschaft schätzen, sollten weiter kämpfen."

Link
March for Science - auch in deiner Stadt!
Was passiert wo in Deutschland?
Vor einem Jahr
"Keine andere Wahl"
Reporter Uri Schneider war bereits vor einem Jahr in die USA gereist, um sich mit drei besorgten und sehr engagierten Forscherinnen zu treffen.
Trumps Klimapolitik
Goodbye "Clean Power Plan"
Die US-amerikanische Regierung hat die Abschaffung des Klimaschutzplans von Ex-Präsident Barack Obama in Gang gesetzt.
Hoch zum Mond
Trump will abheben
45 Jahre nach dem letzten Menschen auf dem Mond will US-Präsident Donald Trump wieder bemannte Missionen zum Erdtrabanten schicken - und später auch zum Mars.