Limonaden © dpa
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Nur selten führt man sich vor Augen, wieviel Zucker in einer leckeren Limonade steckt.
Limo wird teurer
Steuer auf zuckerhaltige Getränke in Großbritannien in Kraft
Keine Boshaftigkeit, sondern Fürsorge: Die "Zuckersteuer" soll vor allem das Übergewicht bei Kindern reduzieren.
In Großbritannien wird ab sofort eine Steuer auf Getränke mit zugesetztem Zucker erhoben. So will die Regierung gegen Übergewicht bei Kindern vorgehen, denn diese nehmen rund ein Fünftel ihres Zuckers allein durch Cola und andere Limonaden zu sich. Belastet werden zunächst die Hersteller. Ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter müssen sie eine Sonderabgabe von 18 Pence (gut 20 Cent) zahlen, bei mehr als acht Gramm Zucker im Getränk werden 24 Pence fällig. Das eingenommene Geld soll dem Schulsport zu Gute kommen.

Erhoben wird die Steuer nur auf Getränke, denen Zucker zugesetzt wird, und nicht etwa auf Fruchtsäfte oder zuckerfreie Limonaden. Die Regierung rechnet im ersten Jahr mit Einnahmen von umgerechnet rund 275 Millionen Euro. Ähnliche Steuern gibt es auch in den skandinavischen Ländern, in Frankreich, Ungarn und Mexiko.

Auch in Deutschland ein Thema
© dpa Sind Softdrinks bald weniger süß?
Sind Softdrinks bald weniger süß?
Während Großbritannien mit einer Strafsteuer gegen Fettleibigkeit vorgeht, verringern immer mehr Händler und Hersteller in Deutschland freiwillig den Zuckergehalt ihrer Produkte, berichtete das Magazin "Wirtschaftswoche". Der Discounter Lidl reduziert in einigen Erfrischungsgetränken wie Cola oder Eistee in einem ersten Schritt den Zuckeranteil um fünf bis acht Prozent, wie das Unternehmen selbst mitteilte. "Bei der Zuckerreduktion liegt unser Hauptfokus auf Lebensmitteln, die viel und gern von Kindern konsumiert werden, wie Frühstückscerealien, Joghurts oder Süßigkeiten", erklärte Lidl. So sei der Zuckergehalt in einigen Frühstücksflocken bereits um bis zu 35 Prozent verringert worden. Zurzeit sei das Unternehmen dabei, dies auch bei Joghurt-Produkten umzusetzen. Im Januar 2017 hatte Lidl sich verpflichtet, Zucker und Salz in seinen Eigenmarken-Produkten bis 2025 um 20 Prozent zu senken. Man sei auf einem "sehr guten Weg".

Der Discounter ist damit nicht allein. Rewe will in diesem Jahr bei rund 100 Eigenmarken-Produkten neue zuckerreduzierte Rezepturen einführen. Auch Edeka und Aldi verändern ihre Rezepte. Einige Hersteller reagieren ebenfalls und setzen auf weniger Zucker in ihren Produkten. Der Getränkehersteller Eckes-Granini will den Anteil zugesetzten Zuckers bis 2020 um zehn Prozent senken. Hermann Bühlbecker, Inhaber des Gebäckherstellers Lambertz, hoffe, im kommenden Jahr mit ersten Produkten auf den Markt zu kommen, die weniger Zucker enthalten. Auch bei Dr. Oetker, Zott, Zentis und Bahlsen stehe das Thema nach Unternehmensangaben auf der Agenda.

Glossar
Glucose
Die Glucose gehört in die chemische Gruppe der Zucker, der in diesem Falle aus sechs Kohlenstoff-besteht, die in Ringform mit einem Sauerstoff-Atom vorliegen.
Versteckter Inhaltsstoff
Der Zucker ist oft gut getarnt
Viele Lebensmittel enthalten mehr Zucker, als den meisten Verbrauchern bewusst ist.
Kinder lieben Zucker
Süß ist Programm
Kein Geburtstag ohne Schokolade, Gummibärchen und Kuchen. Kinder mögen es eben süß. Keine Frage. Doch warum eigentlich?
Tendenz steigend
Immer mehr Kinder sind fettleibig
Heute gibt es weltweit mehr als zehn mal so viele extrem dicke junge Menschen als 1975 - und der Trend hält laut einer WHO-Studie an.