Kakaobauern
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Der größte Anteil an Kakao für Europa kommt aus Ghana und der Elfenbeinküste.
Bittersüße Schokolade
In der Schweiz und in Deutschland wird am meisten Schokolade verzehrt
Kinderarbeit, ökologischer Raubbau und Hungerlöhne: Die Kehrseite unserer steigenden Lust auf Schokolade ist verheerend.
Noch-Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) setzt sich für nachhaltig produzierten Kakao ein: "Wir nehmen es noch viel zu oft hin, dass unser Kaffee oder unser Kakao für einen Tagelohn von 50 Cent in Westafrika geerntet wird." Handlungsbedarf bestehe, weil für Kakaobauern vor Ort nur wenige Cent pro Tafel Schokolade blieben. "Wenn die Bauern und ihre Familien vom Kakaoanbau nicht leben können, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie zu uns kommen", so Müller. Deutschland sei Exportweltmeister von Schokolade.

Illegale Plantagen zerstören den Regenwald
So werden für Kakao aus der Elfenbeinküste, der weltweit in Schokolade steckt, nach Recherchen von Umweltschützern der Organisation Mighty Earth große Flächen geschützten Regenwalds illegal abgeholzt. In Nationalparks und Waldschutzgebieten seien riesige Plantagen entstanden, deren Ernten über mafiöse Netzwerke in die Hafenstädte des westafrikanischen Landes und von dort auf den Weltmarkt gelangten, heißt es in einer Studie von Mighty Earth. Zu den Käufern gehörten globale Konzerne, die ihre Produkte weltweit vermarkteten.Der zuständige Industrieverband bestätigt die Erkenntnisse im Grundsatz. "Das Problem ist seit Jahren bekannt", sagte Rick Scobey, der Sprecher der World Cocoa Foundation, im französischen Auslandssender RFI. Dem Verband gehören Kakaoproduzenten und die weltweit größten Schokoladenhersteller an. Scobey zufolge wird an Methoden gearbeitet, die Herkunft des Kakaos überprüfbar zu machen.

Kakao-Monokulturen bedrohen die Biodiversität
Die Umweltschützer werfen dagegen dem Kakaosektor vor, von der illegalen Herkunft des Kakaos zu wissen und diesen in Kauf zu nehmen. Zwei Fünftel des in der Elfenbeinküste geernteten Kakaos stammten aus geschützten Gebieten, zitiert die Organisation die staatliche Waldschutzbehörde. Polizei und staatliche Institutionen nähmen den illegalen Anbau hin. So gebe es mitten in einem Waldschutzgebiet inzwischen nicht nur große Plantagen, sondern auch eine Stadt mit Tausenden Einwohnern, in der Schulen und ein Krankenhaus betrieben würden.Die Elfenbeinküste ist der weltweit größte Exporteur von Kakaobohnen. Riesigen Plantagen steht eine stark schwindende Zahl von Wäldern gegenüber. Mighty Earth zufolge ist noch knapp ein Zehntel des einst von Urwald bedeckten Landes bewaldet. In 18 von 23 Schutzgebieten seien Primaten bereits verschwunden oder stark bedroht. Von den Elefanten, leben noch geschätzte 200 in der Elfenbeinküste.