Übergewichtiger Junge vor Badesee © dpa
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Neben gesundheitlichen Folgen ist Fettleibigkeit auch ein Risikofaktor für Mobbing - besonders bei Kindern.
Immer mehr Kinder sind fettleibig
Der Anstieg ist besonders in Schwellenländern alarmierend
Heute gibt es weltweit mehr als zehn mal so viele extrem dicke junge Menschen als 1975 - und der Trend hält laut einer WHO-Studie an.
Während 1975 weltweit etwa elf Millionen 5- bis 19-Jährige fettleibig waren, waren es im vergangenen Jahr 124 Millionen, berichten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Imperial College London zum Welt-Adipositas-Tag am 11. Oktober 2017 im Fachblatt "The Lancet". Weitere 213 Millionen Kinder seien übergewichtig. Wenn der Trend anhält, so die Forscher, gebe es in fünf Jahren mehr fettleibige Kinder als solche mit Untergewicht.

Wegen des weltweiten Bevölkerungswachstums gibt es heute generell weitaus mehr Kinder als vor 40 Jahren - die Zunahme bei Übergewicht und Fettleibigkeit wird in den WHO-Daten aber auch prozentual sehr deutlich. 1975 waren demnach weniger als ein Prozent der Kinder und Jugendlichen fettleibig, heute sind es fast sechs Prozent der Mädchen und fast acht Prozent der Jungen. "Eine erschütternde Veränderungsrate", sagte Fiona Bull von der WHO in Genf.

Werbung für Ungesundes und Bewegungsmangel sind die Gründe
In Ländern mit hohem Einkommen stiegen die Zahlen zwar nicht weiter, verharrten aber auf viel zu hohem Niveau. Alarmierend sei der Anstieg in ärmeren Ländern und solchen mit mittleren Einkommen, darunter in den bevölkerungsreichen Ländern China und Indien. Werbung für ungesunde Snacks, hohe Preise für gesunde Nahrungsmittel, weniger Bewegung - diese Faktoren hätten zu dem Trend beigetragen.

Die WHO gibt Empfehlungen, um Fettleibigkeit in der Kindheit zu beenden: Behörden in aller Welt müssten Familien besser über gesunde Ernährung aufklären, junge Mütter animieren, mindestens sechs Monate lang ausschließlich zu stillen, in Schulkantinen gesünderes Essen anbieten und mehr Sportmöglichkeiten für Kinder schaffen. "Zur Schule zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren muss sicher sein", sagte Fiona Bull. Der Kampf gegen das Rauchen habe gezeigt, dass auch Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte erfolgreich seien.

Für die Einordnung wird der Body-Mass-Index zugrunde gelegt. Berechnet wird er so: das Körpergewicht geteilt durch das Quadrat der Körpergröße. 25 gilt als normal, 25 bis 30 als übergewichtig, 30 und mehr als fettleibig. Für die Studie haben die Autoren Gewicht und Größe von fast 130 Millionen Menschen analysiert, darunter 31,5 Millionen zwischen 5 und 19 Jahren.

Literatur
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