Geldschein
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Lieber bar als mit Karte: Die Deutschen wollen nicht von Scheinen und Münzen lassen.
Nur Bares ist Wahres
Deutsche halten mehrheitlich an Barzahlung fest
Bargeld ist aus dem Alltag der meisten Deutschen nicht wegzudenken. Das dürfte sich so schnell auch nicht ändern - allen Neuerungen zum Trotz.
"Obwohl mitunter so getan wird, als stünde die Abschaffung oder die Bedeutungslosigkeit des Bargelds unmittelbar bevor, zirkulieren mehr Banknoten denn je", bilanzierte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele im März 2017. Ende 2016 waren demnach Euro-Banknoten im Wert von 1126 Milliarden Euro im Umlauf. Seit Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 habe sich der Banknotenumlauf verfünffacht. Zwar sinke der Anteil der Barzahlungen langsam, aber noch würden über die Hälfte der Ausgaben bar bezahlt, konstatiert Thiele. "Es gilt nach wie vor: Cash is King!"

Obwohl im deutschen Einzelhandel der Anteil der Kartenzahlungen seit Jahren kontinuierlich zunimmt, ist Deutschland nach wie vor ein Land der Barzahler. Mehr als die Hälfte der Umsätze (51,6 Prozent) an den Ladenkassen werden nach jüngsten Zahlen der Handelsverbandes HDE mit Schein und Münze getätigt. "Die Barzahlung wird auf absehbare Zeit weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des Zahlungsmixes im Einzelhandel sein", prognostizierte Ulrich Binnebößel vom HDE.

Bargeld für Datenschutz und besseren Überblick
Als Argumente für das Bargeld geben Deutsche meist an: Wer mit Schein und Münze zahlt, hinterlässt keine elektronischen Spuren, behält den Überblick über seine Finanzen und muss sich keine Sorgen machen, dass beim Einkaufen sensible Bankdaten geklaut werden. Einer repräsentativen Umfrage der Direktbank ING-Diba zufolge wollen 84 Prozent der Deutschen niemals vollständig auf Bargeld verzichten. Neun von zehn der 1002 Erwachsenen, die dazu im Februar befragt wurden, gaben an, sie hätten fast immer oder häufig Bargeld bei sich - das liegt deutlich über dem Schnitt der 13 betrachteten europäischen Länder.

Während in Schweden manche Parkuhren keine Münzen mehr annehmen und in Kirchen per Automat gespendet wird oder es in London üblich ist, selbst Kleinstbeträge wie das Busticket oder den Coffee to go mit Karte zu zahlen, setzen sich moderne digitale Bezahlverfahren in Deutschland nur schleppend durch. "Restaurantbesuche, Taxen und öffentliche Verkehrsmittel werden immer noch viel öfter als im europäischen Durchschnitt in bar bezahlt", sagt ING-Diba-Chefökonom Carsten Brzeski.

Die beschlossene Abschaffung des 500-Euro-Scheins und Überlegungen der EU-Kommission, Obergrenzen für Bargeldgeschäfte einzuführen, bestärkt die Bargeldbefürworter eher noch - zumal umstritten ist, ob solche staatlich verordneten Einschnitte überhaupt die erhoffte Wirkung zeigen. "Versuche zur Bekämpfung von Schattenwirtschaft und Kriminalität durch eine drastische Erschwerung oder gar Abschaffung der Verwendung von Bargeld sind ... unverhältnismäßig und im Übrigen nur bedingt wirksam", halten die Gutachter des Bundeswirtschaftsministeriums fest. "Allein die Beobachtung, dass die Verwendung von Bargeld rückläufig ist, in einigen Ländern inzwischen sogar vernachlässigbar gering ist, ist kein Grund dafür, dass diese Entwicklung von Staats wegen beschleunigt werden sollte."

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