Schüler mit Smartphone
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Lehrer-Tablet und Schüler-Smartphones sind nur ein Schritt auf dem Weg zur "digitalen Schule".
Smartphones raus, Mathestunde
"Digitaler Unterricht" hängt von der Ausrüstung und den Lehrern ab
Das Friedrich Gymnasium in Freiburg will herausfinden, welche digitale Technik im Unterricht wann am besten einsetzbar ist.
Das Gymnasium ist eine von 14 Modellschulen in Baden-Württemberg, die die digitale Technik im Unterrichtsalltag testen. Auf der Bildungsmesse "diadacta", aber auch in der Politik und bei Pädagogen ist die "Digitalisierung von Schule" stetig ein Thema. Doch die Umsetzung ist für Deutschlands Bildungssystem die Herausforderung schlechthin, da sind sich die Experten bei Europas größter Bildungsmesse einig. Man weiß das schon seit Jahren - dennoch hinkt Deutschland bei Studien zur Digitalisierung der Schulen vielen anderen Ländern hinterher. Noch immer stehen in den Klassenzimmern mehr Tageslichtprojektoren als Touchscreens. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Schlechte Online-Anbindung, miese Vernetzung und ein armer Physiklehrer, der sich als Einziger darum kümmert - so beschreibt Georg Brüster vom Bildungsmedienanbieter "Gida" die Lage an vielen deutschen Schulen. "Wir hören häufig von Schulen, die sich zwar mal ein Whiteboard angeschafft haben. Doch das steht dann irgendwo in der Ecke, weil sich keiner darum kümmern mag." England habe vor zehn Jahren schon so viele Whiteboards an Schulen gehabt wie jetzt Deutschland. "Es fehlt nicht nur an guten didaktischen Konzepten", sagt Katja Schwaniger vom Schulbuchverlag Cornelsen, "sondern auch bei der Lehrerfortbildung". Die Digitalisierung systematisch in den Universitäten zu thematisieren, sei längst überfällig.

didacta-Präsident Wassilios Fthenakis sagt: "Allein die Einführung neuer Technologien wird die Bildungsqualität nicht automatisch verbessern." Zunächst müssten die Pädagogen in die Lage versetzt werden, Kindern und Jugendlichen in dem Bereich überhaupt noch etwas beibringen zu können. Fthenakis lobt die angekündigten Milliarden, die der Bund ab 2018 in die Breitbandanbindung, in W-LAN-Zugänge und Endgeräte stecken will. Auch die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Baden-Württembergs Ressortchefin Susanne Eisenmann (CDU), betont: "Die Technik muss der Pädagogik folgen und nicht umgekehrt." Die beste technische Ausstattung bringe nichts, wenn an einer Schule kein pädagogisches Konzept zum sinnvollen Einsatz vorhanden sei. Daran arbeite man in den Ländern. Im Gegenzug gibt es Zusagen des Bundes, dies dann mit Milliarden zu unterstützen - jedoch erst nach der Bundestagswahl im Herbst 2017.

Umstrittener Digitalpakt
Klassentreffen
"Was nützt uns die Breitbandverbindung, wenn der Putz von den Decken und Wänden der Klassenzimmer bröckelt", hinterfragt Marlis Tepe den "Digitalpakt".
Info
Bildungsmesse "diadacta"
Bei der weltweit größten Messe ihrer Art präsentieren sich vom 14. bis 18. Februar 2017 mehr als 800 Aussteller aus 47 Ländern. Rund 1.500 Veranstaltungen, Foren und Seminare sind geplant. Die Messe rechnet mit 90.000 Besuchern.