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Bibliothekarin Video
Bibliotheken fürchten um ihre alten Bestände (Beitrag vom 21. März 2016)
Von Säure zerfressen
Industriepapier löst sich von selbst auf
Vom Wasserschaden nach Bränden in Bibliotheken bis zur zerbröselnden Zeitungsseite haben die Mitarbeiter des Leipziger Zentrums für Bucherhaltung "schon alles gehabt".
Vor allem der Säurefraß macht vielen Bibliotheken zu schaffen - auch der Deutschen wie der Schweizer Nationalbibliothek: Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde zunehmend Holzschliff für die Papierherstellung verwendet. Er enthält - wie die dafür erforderliche Harzleimung - Säurebestandteile, die das Papier auf Dauer zersetzen.

Für die Restaurierung muss erst die Schicht gelöst werden, die die Schrift enthält. Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die Papierspaltung. Das Verfahren ist bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt und wird für brüchige Papiere benutzt, die einen von außen unsichtbaren neuen Kern erhalten. Es ist den Spezialisten gelungen, das Verfahren zu automatisieren. Mit der von ihnen entwickelten Maschine können sie Tag für Tag bis zu 10.000 Blätter spalten.

Säurehaltiges Papier wird dann in zwei Unterdruck-Kammern geschoben, wo ihm vorerst während achtundvierzig Stunden die natürliche Feuchtigkeit entzogen wird. Danach wird das Papier mit einer Lösung aus Titan- und Magnesium-Alkoholaten behandelt. Die Wirkstoffe lagern sich im Papier ein und binden die Säure. Die Säure wird neutralisiert und es entsteht eine alkalischer Reserve, die einen neuen Säurezerfall während der nächsten Jahrzehnte verhindert. Das Trocknen des Materials dauert vierundzwanzig Stunden.

Anna-Amalia-Bibliothek
Bücher aus der Asche
"Noch 15 Jahre" werde es dauern, die Bücher zu restaurieren, die beim Brand der Anna-Amalia-Bibliothek Schaden genommen haben, meint Direktor Michael Knoche.
Aus der statt für die Tonne
Gebraucht tut's auch
Besser zu Recylingpapier greifen und auf das Siegel mit dem blauen Engel des Umweltamts achten, rät Evelyn Schönheit vom "Forum Ökologie und Papier".