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Tonnenweise Gemüse, das weggewrofen wird Video
Die Deutschen schmeißen fast ein Drittel ihrer Lebensmittel weg
18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll
WWF-Studie zeigt ernüchternde Bilanz
Trotz jahrelanger Warnungen werfen die Deutschen immer noch riesige Mengen an Lebensmitteln weg - so eine aktuelle WWF-Studie.
Umweltschützer haben die deutsche Bundesregierung aufgefordert, mehr gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu unternehmen. Jedes Jahr landeten bundesweit mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll, heißt es in einer am 18 Juni 2015 in Berlin vorgestellten Studie der Umweltorganisation "World Wide Fund for Nature" (WWF). Demnach wird fast ein Drittel der Lebensmitteleinkäufe in Deutschland weggeworfen.

In der Studie mit dem Titel "Das große Wegschmeißen" kommen die Umweltschützer zu dem Schluss, dass "durch ein verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette, nachhaltigere Marketingstrategien und veränderte Konsumgewohnheiten" ein Großteil der Verluste vermeidbar wäre. Mit einer Petition fordert der WWF die Bundesregierung auf, einen nationalen Aktionsplan zu starten, um die Verschwendung in den kommenden Jahren um die Hälfte zu verringern. Der WWF geht davon aus, dass bereits mit einfachsten Mitteln der Lebensmittelabfall um bis zu zehn Millionen Tonnen reduziert werden könnte.

Kantinenbetreiber und Gastronomie gefragt
Nach den Worten von Tanja Dräger de Teran (WWF) sollte ein solcher Aktionsplan nicht nur die Verbraucher ansprechen, sondern sich vor allem an Großkunden im Einzelhandel, an Kantinenbetreiber oder die Gastronomie richten. Beispielsweise könnten in Supermärkten rund 90 Prozent der Abfälle vermieden werden. In Restaurants, Kantinen oder Mensen könnte rund eine Million Tonnen Lebensmittel weniger weggeworfen werden.

Der Aktionsplan müsse einen eindeutigen Appell an die Wirtschaft richten. Langfristig könnte es sich Dräger de Teran auch vorstellen, dass Unternehmen sanktioniert werden, die Lebensmittel weiterhin verschwenden. Dräger de Teran zufolge müsste zudem die Datenlage über den genauen Verbrauch und die Entsorgung von Lebensmitteln standardisiert werden.

313 Kilogramm landen pro Sekunde auf dem Müll
"Derzeit ist es so, als würden wir Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland in einen riesigen Acker umwandeln und die eingefahrene Ernte einfach wegwerfen", erklärte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, bei der Vorstellung der Studie. Im Schnitt schmeiße man in Deutschland jede Sekunde 313 Kilogramm genießbare Nahrungsmittel in den Müll, während weltweit fast eine Milliarde Menschen Hunger litten. Viele Lebensmittel würden nur weggeworfen, weil sie nicht schön aussähen, sagte Heinrich. Das Haltbarkeitsdatum spiele dabei keine Rolle. Die Vermeidung von Lebensmittelabfall müsse dringend auf die politische Agenda, um den Klimaschutz voranzutreiben und Ackerflächen besser zu schützen.

Schon 2011 ging etwa der Film "Taste the waste" den Müllbergen aus Lebensmitteln auf die Spur. Seitdem haben sich einige Initiativen gebildet: Auf Internetplattformen wie "Foodsharing.de" geben Nutzer übrig gebliebene Nahrungsmittel gratis ab. Öffentlich zugängliche Kühlschränke sieht die Freiwilligen-Initiative VoluNation im Kommen: Diese teilte mit, im deutschsprachigen Raum seien mehr als 7500 freiwillige "Essensretter" im Einsatz, die bisher rund 200 Schränke mit nicht mehr verkäuflichen Produkten aus dem Handel füllten.

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