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Teilnehmer des Projekts "Inklusive" Bildung unterrichten angehende Lehrkräfte
Voneinander Lernen
Das Projekt "Inklusive Bildung" bildet Behinderte aus
Das Projekt "Inklusive Bildung" bildet Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung zu Lehrkräften aus. Sie sollen angehende Pädagogen unterrichten.
Zur Zeit werden sechs Menschen mit Behinderung ausgebildet. Sie sollen später angehenden Lehrern und Dozenten vermittteln, wie sie die Inklusion im Alltag etwa im Schulunterricht umsetzen können. "Inklusive Bildung" ist ein Projekt der Hochschulen in Schleswig-Holstein und der Stiftung Drachensee.

Bessere Teilhabe von behinderten Menschen gefordert
Eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderung an Bildung und Arbeitsleben haben Wohlfahrtsverbände, Politiker und Behindertenorganisationen gefordert. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Verena Bentele, verlangte am 4. Mai 2015 in Berlin eine Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf allen Ebenen.

Um die Teilhabe von Behinderten zu verbessern, bedürfe es einer soliden Finanzierung, sagte Bentele. "Alles andere wäre reine Sozialkosmetik." Menschen mit Behinderung seien keine Bittsteller, sondern hätten ein Recht auf Teilhabe. Durch die Reform der bisherigen Eingliederungshilfe zum Bundesteilhabegesetz sollen laut Bentele auch die Bedingungen für Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt verbessert werden.

Der Behindertenbeauftragte der Unionsfraktion, Uwe Schummer (CDU), hob die Barrierefreiheit als Voraussetzung für eine Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben hervor. Er verwies darauf, dass der Bund insgesamt 650 Millionen Euro investieren werde, um Barrierefreiheit in Städten und Gemeinden umzusetzen.

Die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention verlangte von der Bundesregierung einen größeren Einsatz für die Inklusion von Behinderten. "Es ist höchste Zeit, dass Deutschland die Weichen für eine inklusive Gesellschaft stellt", sagte der Leiter der Stelle, Valentin Aichele. Der UN-Ausschuss hatte nach Prüfung der Umsetzung der Menschenrechtskonvention eine gesellschaftliche Ausgrenzung von Behinderten in Deutschland kritisiert.

Integration in die Arbeitswelt immer noch schwierig
Die Diakonie forderte bundesweit einheitliche Kriterien, um auch Menschen mit schwerer oder mehrfacher Behinderung die Teilhabe am Arbeitsalltag zu ermöglichen. Die Arbeitslosenquote bei Behinderten liege mit 14 Prozent doppelt so hoch wie die anderer Erwerbsloser. Dass derzeit 300.000 Menschen mit Behinderung in Werkstätten arbeiteten, zeige eine geringe Aufnahmebereitschaft für behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Diakonie-Vorstandsmitglied Maria Lohheide forderte das vom Gesetzgeber beschriebene "Mindestmaß wirtschaftlich verwertbarer Arbeit" als Zugangskriterium im Zuge des Bundesteilhabegesetz zu streichen.

Ein Bündnis von rund 40 Behindertenorganisationen appellierte, die Arbeit von behinderten Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch ein Bundesteilhabegesetz gezielt zu fördern. Behinderte würden derzeit in Heimen, Werkstätten und Tagesstätten gesondert betreut und beschäftigt, kritisierte der Koordinator der Kampagne für ein gutes Bundesteilhabegesetz, Otto Miles-Paul.

Glossar
Inklusion
Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet dazu, die Inklusion voranzutreiben - die Einbeziehung behinderter Menschen in alle Bereiche der Gesellschaft von Geburt an.
Info
Am 5. Mai findet der Europäische Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt.