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Spanischer Einwanderer © dpa Video
Zahlen Einwanderer Steuern und in Rentenkassen ein oder leeren sie sie?
Rechenspiele
Kosten und Nutzen von Migration berechnet
Migranten nutzen der Wirtschaft, so der Mannheimer Wirtschaftsforscher Holger Bonin. Hans-Werner Sinn vom Institut für Wirtschaftforschung findet: Die Kosten überwiegen.
Die Studie von Holger Bonin vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim errechnet für 2012 einen positiven Finanzierungsbeitrag von 3300 Euro je Ausländer. Der Präsident des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn kommt in seiner Berechnung auf einen Betrag von minus 1450 Euro.

Bonin stellt nur die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, die Ausländer in Deutschland zahlen, gegen die von ihnen in Anspruch genommenen Leistungen. Dabei beschränkt er sich auf der Kosten-Seite auf Leistungen der Sozialversicherung, Kindergeld, Hartz-IV-Bezüge, Elterngeld und Ausgaben für Bildung. Sinn hält dagegen, dass man aber auch die Staatskosten für Verwaltung, Infrastruktur, Polizei und Justiz auf alle in Deutschland lebenden Menschen verteilen müsste. Damit käme man dann auf einen Betrag von 1450 Euro. Die Kosten für die Landesverteidigung sind dabei nicht berücksichtigt.

Rentensystem braucht unbedingt Zuwanderung
Dabei ist der Ifo-Präsident sogar der Meinung, dass Deutschland dringend Zuwanderung braucht, damit unser Rentensystem nicht völlig zusammenbricht. Er ist allerdings der Ansicht, dass die Umverteilung durch das steuerfinanzierte Sozialsystem falsche Anreize liefert - nämlich die Attraktivität Deutschlands für schlecht qualifizierte Migranten erhöht und Fachkräfte, die nicht so viel Steuern zahlen wollen, abschreckt.

Mit den steigenden Flüchtlingszahlen haben beide Rechnungen nicht zu tun, denn die zuletzt stark angestiegene Zahl von Asylbewerbern ist in den Berechnungen von Bonin und Sinn, die sich auf 2012 beziehen, nicht berücksichtigt. Bonin und Sinn haben für ihre Berechnungen alle in Deutschland lebenden Menschen betrachtet, die keinen deutschen Pass haben.

"Willkommenskultur" müsse verbessert werden
Bonin und Sinn sind in einem Punkt völlig einig: Wenn sich Zuwanderer bei uns nicht dauerhaft heimisch fühlen, ist das für alle Beteiligten schlecht - auch wirtschaftlich betrachtet. Bonin sagt: Um fähige Migranten dauerhaft anzuziehen, müsse die "Willkommenskultur" verbessert werden.

Sinn stellt mit Bedauern fest: Schon nach zehn Jahren sind mehr als die Hälfte der nach Deutschland eingewanderten Menschen in ihr Heimatland zurückgekehrt, nach 25 Jahren bis zu 75 Prozent. "Eine solche temporäre Einwanderung führt zu wesentlich kleineren Vorteilen für das Rentensystem, weil die Rentenansprüche der Migranten trotz der Rückkehr in ihr Heimatland erhalten bleiben", ihre Kinder aber in Deutschland keine Rentenbeiträge zahlen.

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"Königsteiner Schlüssel"
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