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Silhouettten an einer Scheibe © dpa Video
Derzeit leben 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde. (Beitrag vom 11. Juli 2016)
Ein paar Milliarden mehr oder weniger
Demografen streiten um Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerung wird weiter wachsen, sagt US-Statistiker Adrian Raftery. Sie wird schrumpfen, sagt sein Kollege Wolfgang Lutz aus Österreich.
Momentan leben 7,2 Milliarden Menschen auf der Erde. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent wird die Bevölkerungszahl der Untersuchung zufolge am Ende dieses Jahrhunderts zwischen 9,6 und 12,3 Milliarden Menschen liegen. In den vergangenen rund 20 Jahren sei Konsens gewesen, dass die Zahl auf neun Milliarden ansteigen und sich danach einpendeln oder wahrscheinlich sogar fallen werde, erklärte Raftery.

Doch laut der Studie auf Grundlage neuer statistischer Methoden gibt es eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent, dass sich die Bevölkerungszahl in diesem Jahrhundert nicht stabilisiert. Bislang war der Höhepunkt des Wachstums 2050 erwartet worden. Die neuen Berechnungen basieren auf den jüngsten Bevölkerungsvorhersagen der Vereinten Nationen.

Das erwartete Wachstum geht der Studie zufolge fast ausschließlich von Afrika aus. Dort wird sich die Bevölkerungszahl demnach vermutlich von derzeit einer Milliarde auf rund vier Milliarden am Ende des Jahrhunderts vervierfachen. In den anderen Kontinenten werden dagegen kaum Änderungen erwartet.

Das Bevölkerungswachstum bleibe "ein sehr wichtiges Thema", erklärte Raftery. Die ansteigende Bevölkerung könne andere Probleme wie den Klimawandel oder Armut verschärfen. Um die Geburtenraten zu senken, sind den Forschern zufolge eine bessere Bildung von Mädchen und Frauen sowie der Zugang zu Verhütungsmitteln entscheidend.

Vielleicht ist doch ein Ende in Sicht
Wolfgang Lutz geht dagegen von weniger als neun Milliarden Menschen zur Jahrhundertwende aus: Die Weltbevölkerung werde bis zum Jahr 2070 auf rund neun Milliarden Menschen anwachsen, bevor sie gegen Ende des Jahrhunderts zu sinken beginne. Zur Jahrhundertwende rechnen die Wissenschaftler mit 8,4 Milliarden Menschen weltweit. "Wir sehen das Ende des Wachstums der Weltbevölkerung am Horizont", sagte Lutz. "Aber die Größe der Bevölkerung und die Stärke des Wachstums hängen von der Politik und der Entwicklung in den verschiedenen Regionen ab."

Die Lebenserwartung der Menschen wird nach Ansicht der Experten in allen Ländern der Welt ansteigen, mit Ausnahme von Afrika, wo viele Menschen mit dem Aids-Virus infiziert sind. Mit der zunehmenden Zahl ältere Menschen werde sich auch der Druck auf die Sozial-Systeme und die Arbeitsmärkte erhöhen, sagte Lutz. Aber die Abnahme der Weltbevölkerung nach 2070 bringe auch Vorteile für die nachhaltige Entwicklung, denn weniger Menschen verursachen weniger Umweltschäden, fügte Lutz hinzu.

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