nano
Kalender
Mai 2019
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
Scheich © ap Video
Im Mittleren Osten gibt es weniger Reiche, deren Vermögen wächst aber weiter
Club der Superreichen
2325 Reiche auf der Welt mit Billionen-Vermögen
Der typische Milliardär ist 63 Jahre alt, lebt gern in London und reist von Mega-City zu Mega-City. 2325 Menschen auf der Welt sind märchenhaft reich.
Wer in Europa einen Milliardär treffen will, muss nach London, Moskau, Paris oder Istanbul. Dort leben nach einem neuen Überblick die meisten Superreichen. Auch Hamburg ist mit 18 Milliardären ein Magnet für höchst vermögende Menschen. Wo immer die Superreichen auch sind, sie haben eines gemeinsam: Ihr Vermögen wächst und wächst.

2325 Menschen - eine Rekordzahl - besitzen ein Vermögen von 5,64 Billionen Euro. Das geht aus einer im September 2014 veröffentlichten Studie der Schweizer Bank UBS in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsinformationsdienst "Wealth-X" hervor. Das ist ein Vermögens-Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Summe entspricht dem doppelten Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Sie übersteigt den Wert der Firmen im Dow-Jones-Index.

Fünf Liechtensteiner zählen zu den Superreichen
Dabei werden die Reichen gerade in Europa immer reicher. Mit 1,835 Billionen Euro haben die 775 Milliardäre die Nordamerikaner beim Gesamtvermögen überholt. Die meisten Superreichen in Europa leben in Großbritannien (130), gefolgt von Deutschland (123). Die höchste Milliardär-Dichte verzeichnet das Fürstentum Liechtenstein: Fünf Superreiche unter 37.000 Einwohnern.

Ihren schon bisher unglaublichen Reichtum haben aber besonders die Reichen und Superreichen in Asien vermehrt. Hier verzeichnen die Listen eine Steigerung des Vermögens um fast 19 Prozent auf 880 Milliarden Euro sowie 52 neue Milliardäre, davon allein 33 aus China. Damit sind in Asien nun 560 Superreiche zu Hause. Den stärksten Anstieg bei der Zahl der Reichen verzeichnet Lateinamerika mit einem Plus von fast 38 Prozent auf 153 Menschen mit eher wenig Geldsorgen.

Im Mittleren Osten sowie in Afrika hat laut UBS und Wealth-X dagegen die Zahl der Milliardäre auf 194 leicht abgenommen, dafür ist deren Vermögen in zweistelligen Prozentzahlen gestiegen. In den USA leben 609 Milliardäre, die 1,832 Milliarden Euro besitzen. Auch Frauen haben durch Geschick, Können und Glück ein Mega-Vermögen angehäuft. Unter den Superreichen ist fast jeder achte eine Frau. Allerdings haben zwei von drei Milliardärinnen ihr riesiges Vermögen schlicht geerbt. 35 Prozent der Superreichen haben keinen Universitätsabschluss.

Auf der Liste der Magazins "Forbes" sind immer noch der Mexikaner Carlos Slim (Telecom Mexiko), Microsoft-Gründer Bill Gates und Investor Warren Buffet mit einem Vermögen zwischen 66 und 52 Milliarden Euro die drei reichsten Menschen der Erde.

Milliardäre spenden drei Prozent ihres Geldes
Bill Gates und Warren Buffet gehören zweifelsfrei auch zu den großen Spendern, die gemeinsam andere Vermögende dazu aufrufen, ihr Geld für einen guten Zweck auszugeben. Im Laufe ihres Lebens spenden Milliardäre 77 Millionen Euro, drei Prozent ihres Vermögens. Manch einer gibt sehr viel für das eigene gute Leben aus. Der russische Oligarch Roman Abramowitsch hat angeblich 750 Millionen Euro in die teuerste Privatyacht der Welt gesteckt.

Im Durchschnitt besitzt laut UBS-Bericht ein Superreicher 2,4 Milliarden Euro. In Großbritannien ist die erste Frau im Staate zwar immens reich, aber für einen Platz unter den Milliardären in ihrer Nachbarschaft reicht es nicht. Queen Elizabeth II. hat "nur" ein Privatvermögen von 412 Millionen Euro.

Wer reich ist, hat für sein Leben ausgesorgt
Mit einer Million Euro pro Tag ließe sich lange auskommen, wie die Hilfsorganisation Oxfam ausgerechnet hat. Die Familie von Theo Albrecht junior zum Beispiel, Erbe der Discounterkette Aldi Nord, schaffte es damit ohne jede sonstigen Anstrengungen bis 2051. 37 Jahre würde es dauern, bis von ihrem geschätzten Vermögen in Höhe von 13,5 Milliarden Euro nichts mehr übrig wäre - Zinsen, Mieteinnahmen, Aktiengewinne und andere Gelderträge, die die Rechnung komplizierter machen würden, mal ausgenommen.

Bei Michael Otto und Familie, reich geworden durch den gleichnamigen Versandhandel, wäre es bei Tagesausgaben von einer Million Euro mit dem Reichtum nach 36,5 Jahren vorbei. Die Familie von Lidl-Gründer Dieter Schwarz (Lidl) müsste sich in 33 Jahren erstmals wieder Gedanken ums Geld machen.

Und bei den Quandts - vom "Manager Magazin" dank ihrer Beteiligungen an BMW, Altana, und der SGL Carbon wieder zu Deutschlands reichster Familie überhaupt gekürt - kämen die wichtigsten Mitglieder sogar einzeln ähnlich lange aus: Die Mutter Johanna Quandt bis 2040, die beiden Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten bis 2044 beziehungsweise 2048.

Oxfam-Ungleichheitsreport
Arm und immer reicher
Ein Prozent der Menschheit weltweit wird im Jahr 2016 so viel Vermögen angehäuft haben wie die restlichen 99 Prozent der Weltbevölkerung zusammen.
Markt und Moral
Maus oder Moneten
Marktkräfte führen dazu, dass moralische Werte an Bedeutung verlieren, haben der Bonner Ökonom Prof. Armin Falk und seine Bamberger Kollegin Prof. Nora Szech gezeigt.
Unvernünftig spekulieren
Irrationale Märkte
In der Wirtschaft verhalten sich Menschen nicht rein rational. "Spekulationsblasen werden von Emotionen angetrieben", sagt der Ökonom Robert Shiller.
Karl Rabeder
"Geld hat mich nicht glücklich gemacht"
"Das Geld hat mich nicht glücklich gemacht, mein Lebensweg ist das nicht", sagt Karl Rabeder. Er hat seine Millionen verschenkt.
Mediathek
VideoGespaltene Gesellschaft
Nur zehn Prozent der Haushalte in Deutschland verfügen über die Hälfte des Privatvermögens. So funktioniert der Gesellschaftsvertrag nicht mehr, vielen droht Altersarmut. (Beitrag vom 4. Oktober 2012)
Links