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Gamescom © dpa Video
Selbst die Teilnehmer der Gamescom waren nicht vor Anwerbern sicher
Kriegsspiele
Vom Computerspieler zum Drohnenpiloten
Das Militär hat Personal gefunden, um seine Drohnen zu bedienen: Eingefleischte Computerspiel-Liebhaber besitzen viele notwendige Fertigkeiten.
"Videogamer bringen bessere Leistungen als Menschen ohne Spielerfahrung", sagt US-Kampfpilotin und Ingenieurin Prof. Missy Cummings, "insbesondere, wenn es darum geht, mehrere Drohnen gleichzeitig zu kontrollieren." Allerdings dauerten die Missionen oft mehrere Stunden und seien eher langweilig: Hier sei "man besser dran, wenn kein Videogamer die Drohnen steuert."

Gefragt sind weniger Joystick-Artisten als Spieler mit Multitasking-Fähigkeiten. "Ein Drohnenpilot muss das Flugzeug stabilisieren, navigieren, Wegpunkte setzen, mit den Außenstellen kommunizieren und eine Vielzahl von Systemen bedienen, überwachen sowie managen", schildert Axel Schulte von der Universität der Bundeswehr München.

USA finden nicht ausreichend Drohnen-Piloten
Der zunehmende Einsatz von Drohnen durch die US-Streitkräfte hat zu einem Mangel an Piloten für die unbemannten Kampfflugzeuge geführt. Grund dafür seien neben den hohen Anforderungen auch die mangelnden Aufstiegschancen innerhalb der Armee, stellte im August 213 Luftwaffen-Oberst Bradley Hoagland in einer Studie fest. Es würden sich einfach nicht ausreichend Soldaten für diese Aufgabe bewerben.

Die Luftwaffe schaffe es derzeit einfach nicht, für ihre Bedürfnisse die ausreichende Zahl an Drohnen-Piloten auszubilden, schreibt Hoagland. Ein Grund dafür sei die unzureichende Bewerberzahl. "Traditionelle" Piloten hätten viel bessere Entwicklungs- und Aufstiegschancen innerhalb der Armee. Außerdem seien die "operationellen Anforderungen" an die Lenker der ferngesteuerten Drohnen deutlich gestiegen.

2012 zählte die US-Luftwaffe 1300 Drohnen-Piloten und damit 8,5 Prozent aller Piloten. Vier Jahre zuvor lag ihr Anteil noch bei 3,3 Prozent. Die USA setzen in Pakistan und weiteren Ländern Kampfdrohnen ein, um mutmaßliche islamistische Extremisten zu bekämpfen. Das Vorgehen ist international umstritten. Die US-Regierung besteht aber darauf, dass die Drohneneinsätze legal sind.

Kampfdrohnen in der Diskussion
Töten ohne Risiko
„Man muss die Frage stellen: Fördert der Einsatz von Kampfdrohnen den Einstieg in die Kampfführung in einer Weise, wie wir sie nicht wollen?“, sagt der Völkerrechtler Claus Kreß.
Moratorium für "Killerroboter"
Entscheidung über Leben und Tod
Der UN-Sonderberichterstatter zu willkürlichen Hinrichtungen, Christof Heyns, fordert, die Entwicklung von Killerrobotern zu stoppen.
Pentagon finanziert Unis
Forschen für den Krieg
Das US-Verteidigungsministerium lässt auch an deutschen Hochschulen und Instituten forschen. Seit dem Jahr 2000 seien über sieben Millionen Euro an 22 Einrichtungen geflossen.